23.04.2010

Innsbruck

„Tyrolean-Standort ist sicher“

Weder beim Bordpersonal noch bei der Technik soll es Kündigungen geben, sagt Tyrolean-Chef Christian Fitz. Der Preiskampf mit Niki Lauda auf der Wien-Strecke dürfte weitergehen.

Von Alois Vahrner

Innsbruck – Fitz, der seit etwa vier Monaten im Cockpit bei Tyrolean sitzt, hatte gleich bei seiner Bestellung in einem TT-Interview positiv aufhorchen lassen: „Ich komme sicher nicht nach Tirol, um Tyrolean zuzusperren.“

Gestern legte er in einer ersten Zwischenbilanz gegenüber der TT nach. „Wenn wir gut sind, wovon ich ausgehe, dann ist der Standort Tirol auch weiterhin sicher, auch wenn ständig Synergien geprüft werden.“ Tyrolean sei ein sehr starkes Unternehmen, arbeite effizient, unkompliziert und kostengünstig und könne hier auch durchaus mit Billigairlines mithalten. Und für die AUA sei Tyrolean extrem wichtig, weil man mit 4,5 Mio. Passagieren fast die Hälfte der zuletzt knapp 10 Mio. AUA-Passagiere befördere. „Tyrolean ist für die AUA nicht mehr wegzudenken.“

Trotz der anhaltenden Luftfahrtkrise und der nötigen Einschnitte im von der Lufthansa übernommenen AUA-Konzern gibt Fitz weitgehende Entwarnung für die etwa 510 Tiroler Tyrolean-Beschäftigten (allein rund 300 in Verwaltung und Technik). Durch das mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft vereinbarte Kurzarbeitsmodell mit den 240 Copiloten (tritt am 1. Mai in Kraft und ist bis vorerst Ende 2011 in Kraft) wurden alle 60 geplanten Kündigungen verhindert. „Ein toller solidarischer Akt der Belegschaft“, freut sich Fitz.

Die 50 Kündigungen beim 200 Personen starken Kabinenpersonal sollen mit einer Kurzarbeitsregelung ebenfalls verhindert werden. Falls dies gelingt, dann gebe es beim fliegenden Personal einen Kündigungsstopp.

Wie berichtet, wurde das Callcenter in Wien geschlossen und in Innsbruck aufgestockt. Die Baggage-Claim-Abteilung wurde im Gegenzug in Wien konzentriert, unter dem Strich brachte das aber einige Jobs mehr in Tirol.

Entwarnung gibt es derzeit auch für die etwa 170 Mitarbeiter der Turboprop-Technikwartung in Innsbruck. Die Abteilung arbeite sehr gut und habe auch Fremdaufträge von anderen Airlines an Land gezogen. Optimistisch ist Fitz, was die vom AUA-Vorstand initiierten Gespräche mit Land und Stadt über eine finanzielle Unterstützung anbelangt. „Je mehr Punkte für Innsbruck sprechen, umso besser natürlich“, sagt Fitz.

Mit einigen Bundesländern wie Kärnten oder Oberösterreich wird über eine Förderung für Flüge nach Wien verhandelt, Ausnahme ist die lange lukrativste Inlandsstrecke von Innsbruck nach Wien. Hier tobt ein harter Preiskampf zwischen AUA und FlyNiki, auch bei der AUA gibt es Tickets ab 99 Euro (für den Hin- und Rückflug). Man werde, obwohl „beide Airlines hier kaum noch etwas verdienen“, keinesfalls klein beigeben und an den täglich bis zu sechs Flügen in beide Richtungen festhalten, so Fitz.

Kleinstes Gerät sind die 72-sitzigen Turboprops, teilweise wird Tirol aber auch per Airbus angeflogen. „Die Tendenz geht hin zu größerem Fluggerät.“

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Fr, 23.04.2010
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