Forschung
Molekül-Beweglichkeit macht Schlangengift besonders gefährlich
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Innsbrucker-Arbeitsgruppe fand die Ursache für die Gefährlichkeit von Schlangengifte. Foto: AP
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Innsbruck – Es ist nicht nur die Molekülstruktur von Schlangengiften, welche für ihre Gefährlichkeit verantwortlich ist. Wie Wissenschafter um Klaus Liedl vom Institut für Allgemeine, Anorganische und Theoretische Chemie der Universität Innsbruck herausgefunden haben, spielt auch die Beweglichkeit der Giftstoffmoleküle, also der Proteine, selbst eine entscheidende Rolle. Die Arbeiten wurden in der Wissenschaftszeitschrift „Journal of the American Chemical Society“ veröffentlicht.
Einige Viperngifte führen zur Zersetzung von Blutgefäßen und so zum Absterben des umgebenden Gewebes. Dabei kann sich diese Wirkung auf das gesamte vom Biss betroffene Körperteil ausbreiten. Obwohl die Aminosäuresequenz und sogar die Struktur der Giftproteine in Viperngiften bekannt sind, gab es bis heute jedoch keine Erklärung, warum manche dieser Enzyme zu ausgedehnten Gewebeschäden führen, während andere nur einen örtlich beschränkten Schaden bewirken.
Die Arbeitsgruppe konnte nun in einer internationalen Kooperation mittels Computersimulation zeigen, dass der Unterschied zwischen den einzelnen Giftproteinen nicht durch ein statisches Bild der Enzyme erklärt werden kann. Entscheidend ist vielmehr die Beweglichkeit eines einzelnen Enzyms im Giftcocktail. Ist der Molekülabschnitt flexibel, kann sich das Gift auch an unterschiedliche Proteine des Bissopfers anlagern und so verschiedene Gewebe zerstören, so Liedl gegenüber der APA
Ist der entscheidende Bereich der Giftproteine dagegen nicht beweglich, so kommt es nicht zu der gefürchteten zersetzenden Wirkung. Die neuen Erkenntnisse sollen nun dazu dienen, Hemmstoffe zu entwickeln, um die Giftproteine an ihrem Zerstörungswerk zu hindern. Dadurch könnte Opfern von Schlangenbissen in Zukunft effektiver geholfen werden.
Die Innsbrucker Arbeitsgruppe arbeitet schon länger am Zusammenhang zwischen der Beweglichkeit und den Bindungseigenschaften von Proteinen. Ein ähnliches Phänomen wird bei Allergie auslösenden Protein-Protein Wechselwirkungen vermutet. Deren Spezifität und Beweglichkeit soll nun mit Unterstützung des Wissenschaftsfonds FWF gemeinsam mit der Universität Salzburg und der Medizinischen Universität Wien untersucht werden. (APA)
aktualisiert: Do, 03.03.2011 16:49






