Tiere
WWF warnt vor Tigersterben
Weltweit gibt es nur noch 3200 wildlebende Tiger. Der WWF will durch Maßnahmen die Zahl der bedrohten Tiere bis 2022 verdoppeln.
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Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lag die Zahl der Tiere noch bei mehr als 100.000 Exemplaren. Jetzt gebe es nur mehr 3200 freilebende Tiger. Foto: EPA |
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Wien – Seit 1998 mussten die Tiere einen Verlust von 40 Prozent ihres Lebensraums verkraften, warnte der WWF am Mittwoch in einer Aussendung anlässlich des chinesischen Neujahrsbeginn am 14. Februar. 2010 steht ab diesem Tag im Zeichen des Tigers, zuletzt war dies 1998 der Fall. Durch Maßnahmen in Problemregionen will die Organisation die Zahl der freilebenden Wildtiere bis zum Jahr 2022 - dem nächsten Jahr des Tigers - verdoppeln.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lag die Zahl der Tiere noch bei mehr als 100.000 Exemplaren, so der WWF. Vor allem in Indien trage eine Kombination aus Lebensraumverlust, Überbevölkerung und fehlenden Wanderwegen für die Tiere zu Spannungen mit Menschen bei. In Reservaten würden immer wieder Nutztiere und sogar Menschen von Tigern getötet. Aus Rache werden diese dann von den Dorfbewohner getötet, andere fallen dem Wildtierhandel zum Opfer. In Bangladesch rechnet der WWF damit, dass die Tiger in den Mangrovenwäldern durch den Anstieg des Meeresspiegels im Zuge des Klimawandels bis zu 96 Prozent ihres Lebensraums verlieren werden.
Nepal fungiere als Drehscheibe im illegalen Tigerhandel mit Fellen für Kostüme und Knochen für die medizinische Zwecke. Die Tiere würden in modischen „Gesundheitsgetränken“ in der traditionellen asiatischen Medizin verwendet. Auch Restaurants bieten laut WWF nach wie vor immer Tigerfleisch an. Der explodierende und umweltfeindlich geplante Infrastrukturausbau in Kambodscha, Laos, Myanmar und Thailand schade den Tigern ebenfalls, so die Organisation. Dämme und Straßen würden die Tigergebiete zerstückeln und den Wilderern einen besseren Zugang ermöglichen. Auch Europa sei für die schwindende Zahl der Tiere mit verantwortlich: Palmöl-Einfuhr sowie die Abholzung für Papier- und Zellstoffgewinnung sorgen für die Zerstörung von Lebensräumen.
In China leben derzeit über 5.000 Exemplare in Zuchtbetrieben, so die Organisation. Diese Farmen oder Zirkusse drängen darauf, dass der Handel mit Tigerprodukten wieder erlaubt wird. Ob Produkte von wildlebenden oder einem gezüchteten Tier stammen, sei nicht feststellbar - Der Wilderei wären damit Tür und Tor geöffnet, warnte der WWF. Auch in den USA leben mehr als 5.000 Tiger in Gefangenschaft, die meisten davon in Texas. In vielen US-Bundesstaaten gebe es strengere Gesetze für Hunde- als Tiger-Haltung. (APA)

















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