05.03.2010

Wissen

Den Tod der Dinosaurier brachte doch der Meteorit

Eindringling aus dem All oder Vulkane? Das Artensterben vor 65 Millionen Jahren beschäftigt nach wie vor die Forscher.
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Der Tod aus dem All

Wien – Das weltweite Artensterben vor 65 Mio. Jahren, das zwei Drittel aller Tier- und Pflanzenarten – darunter die Dinosaurier – dahingerafft hat, wurde doch durch den Einschlag eines riesigen Meteoriten verursacht und nicht etwa durch massive Vulkanausbrüche. Zu diesem Schluss kommen 41 internationale Wissenschafter, darunter Christian Köberl von der Uni Wien, im Wissenschaftsmagazin Science.

Als Ursache dieser Katastrophe am Übergang von der Kreidezeit zum Tertiär hatte 1980 der US-Physiker Luis Alvarez den Einschlag eines Himmelskörpers vorgeschlagen. 1991 wurde mit dem rund 200 Kilometer großen Chicxulub-Krater auf der mexikanischen Halbinsel Yukatan ein passender Kandidat für den Meteoriteneinschlag gefunden. Der durch den Einschlag aufgewirbelte Staub soll zu einer mehrjährigen Verdunkelung und in der Folge zu einer starken Abkühlung geführt haben, die zusammen mit anderen Auswirkungen das Artensterben ausgelöst hat.

Diese Theorie gilt als breit akzeptiert, dennoch gibt es immer wieder Zweifel daran. Eine Gruppe Kritiker, angeführt von der Geologin Gerta Keller von der Universität Princeton (USA), nimmt aufgrund ihrer Interpretation der geologischen Schichten an, dass der Chicxulub-Einschlag 300.000 Jahre vor dem Artensterben stattgefunden hat.

Doch die an der neuen Untersuchung beteiligten Wissenschafter sind sich nun sicher: „Alternative Hypothesen können nicht das plötzliche Massensterben erklären“, erklärte Köberl, auch designierter Direktor des Naturhistorischen Museums. Die Studie widerlege auch die Zeitlücke von 300.000 Jahren.

Demnach war die Energie des Einschlags laut Forschern eine Milliarde Mal höher als die Hiroshima-Bombe. Das habe gewaltige Erdbeben, riesige Rutschungen und Tsunamis im Golf von Mexiko ausgelöst und chaotische Gesteinsabfolgen in der Gegend verursacht. „Dieses Chaos ist nicht geeignet, um zeitliche Abfolgen zu untersuchen“, meint Köberl. (APA)

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Fr, 05.03.2010
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