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Sa, 13.03.2010 | 22:05 Uhr

Lena ließ Stefan Raab grinsen und lässt Deutschland für Oslo hoffen

Lena Mayer-Landrut entschied am Freitagabend die Vorausscheidung für den Song Contest für sich. Sie fährt für Deutschland nach Oslo.

Nach Wochen der anstrengenden Ausscheidung will Lena (18) vor allem eines: „Schlafen“. Foto: EPA

Innsbruck – In manchen Ländern ist der Song Contest noch etwas wert. Überraschend: Nicht nur der erfolgsverwöhnte Osten Europas kann sich für den Länder-Wettgesang erwärmen, sondern auch Deutschland – ganz im Gegensatz zu Österreich.

Aufwändig inszenierte der ARD unorthodox die Vorausscheidung. Unorthodox deshalb, weil der öffentliche Rundfunk dafür einen Star des Privat-TVs engagierte. Nämlich Stefan Raab himself, der schon in den Jahren zuvor sein Interesse an einer solchen Show deklarierte, indem er zur offiziellen Ausscheidung eine Gegenveranstaltung auf ProSieben ausstrahlen ließ.

Aber nicht nur das Engagement der Deutschen ist bemerkenswert. Vor allem die Siegerin ist es, die die Show „Unser Star für Olso 2010“ zu einer echten Besonderheit im Casting-Wahn der TV-Welt machte.

Lena Mayer-Landrut, 18 Jahre jung, zierlich, süßes Gesicht: soweit, so „normal“ für Casting-Shows.

Doch seit Lena vor sechs Wochen in den Ring gestiegen ist, hat sie vor allem eines bewiesen. Avantgarde ist dem Massenpublikum absolut zumutbar – wenn, ja wenn sie nur mit Passion und einer an Perfektion grenzender Performance vorgetragen wird.

Die 18-Jährige überraschte alle, sang Songs, die selbst Musik-bewanderte Menschen nur selten in ihrer Sammlung finden. Songs, die selbst einen Stefan Raab zu überraschen wussten. Songs, die von einem Massen-Plastik-Pop-Publikum auf jeden Fall nicht gekannt werden konnten.

Und dennoch voteten die Menschen für Lena. Für Tausende war das, was sie sang, nicht gaga, sondern einfach gut. „Ganz, ganz toll“, war für Xavier Naidoo ihr Auftritt am Freitagabend. Stefan Raab versprach ihr für den Song Contest, dass die anderen Kandidaten freiwillig vor ihr die Waffen strecken und aufgeben würden.

Eine erfrischende Show rückte einen noch erfrischenderen Star ins Rampenlicht. Einen Star allerdings, der mit einem Song ins Gepäck fährt, den das Publikum ausgesucht hat – und der Stefan Raab jede Kompromissfähigkeit abrang und auch nicht ihre erste Wahl gewesen sein dürfte. „Auch in Ordnung“, kommentierte Lena die Auswahl trocken. Und siegte gegen die zweite Finalistin Jennifer Braun, obwohl diese mit „I Care For You“ richtig rocken durfte.

Man darf auf Oslo gespannt sein. Aber vor allem auf die Zeit danach. Denn was Anna F. für Österreich ist, könnte Lena für Deutschland sein. (red)

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