Forschung
US-Forscher wollen eine Sonne auf der Erde entstehen lassen
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Computersimulation dessen, was im Ziel passieren soll, wenn die gebündelten Strahlen eine Naturgewalt freisetzen. Im zweiten Bild ist der Raum zu sehen, in dem die Reaktion stattfinden soll. Fotos: NIF
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Pure Naturgewalt
Wenn das Experiment klappt, entsteht im Ziel eine Hitze von über 100 Millionen Grad Celsius (heißer als im Zentrum der Sonne). Die Reaktion soll einen Druck von über 100 Milliarden Atmosphären erzeugen, genug, um die Wasserstoffisotope mit einer solch großen Kraft zusammen zu drücken, sodass ihre Kerne fusionieren und Energie und Neutronen aussenden.
Die notwendigen Isotope Deuterium und Tritium können aus Meerwasser gewonnen werden. 50 Tassen Meerwasser enthalten die Energie von zwei Tonnen Kohle. 3,78 Liter Meerwasser können mit der Fusion die Energie von 1135 Liter Benzin freisetzen.
Livermore – Während in CERN mit dem LHC-Teilchenbeschleuniger kleine schwarze Löcher entstehen – die aber bisher nicht den von manchem befürchteten Weltuntergang brachten – bahnt sich in Kalifornien ein weiteres Monster-Experiment an, das diesen Namen auch verdient hat.
Monströs ist das Experiment, weil der größte und energiereichste von Menschenhand jemals gebaute Laser zum Einsatz kommen wird. Monströs ist es auch, weil das Ziel des Experiments ein fast unvorstellbares ist: Erstmals soll auf der Erde ein Stern glühen.
Größter Laser aller Zeiten
Seit über einem halben Jahrhundert arbeiten Forscher daran, eine sich selbsterhaltende nukleare Fusion zu erzeugen und daraus resultierende Energiegewinne anzuzapfen. Nun wähnen sich die Wissenschaftler am NIF (National Ignition Facility) nahe ihres großen Zieles.
Das NIF verfügt über 192 gigantische Laser, die in einem zehnstöckigen Haus mit der Grundfläche von fast drei Fußballfeldern untergebracht sind. Die Laserstrahlen erzeugen gemeinsam die 60-fache Energie des bisher stärksten Lasers der Welt.
Und im Sommer soll diese Energie von ca. zwei Millionen Joule an einem mikroskopisch kleinen Punkt konzentriert werden. Erhofftes Resultat: In der „Ziel-Kammer“ sollen Verhältnisse entstehen, wie sie nur im Zentrum von Sternen oder inmitten einer explodierenden Atombombe herrschen. Eine nukleare Fusionsreaktion soll dann mehr Energie entstehen lassen, als dazu benötigt wurde, die Reaktion entstehen zu lassen.
Am Ende soll das Experiment dazu führen, dass Fusions-Energie auf Erden nutzbar wird.
Ein Menschheitstraum
Testläufe für das hochkomplexe Experiment, bei dem hochenergetisches ultraviolettes Laserlicht auf ein winziges Ziel aus Deuterium und Tritium (beides Wasserstoffisotope) trifft, lassen die NIF-forscher in Livermore, Kalifornien, darauf hoffen, dass das große Experiment ab Sommer Erfolg haben wird.
Innerhalb von zwei Jahren glaubt Projektleiter Bruno Van Wonterghem das Deuterium/Trition-Ziel zur Fusion anzufachen. „Dann wären wir unserem großen Traum, die Energieprobleme der Welt zu lösen, einen Schritt näher“, meint Van Wonterghem im Gespräch mit dem US-TV-Sender CNN.
Zwei Milliarden Dollar wurden für das Experiment seit 2005 ausgegeben. Bereits im Jahr 1997 wurde mit dem Bau der Laseranlage begonnen. 50 Jahre wurde an der Lasertechnologie geforscht. (red)
aktualisiert: Fr, 15.10.2010 10:53








