![]()
An der Notwendigkeit neuer Wasserkraftwerke in Tirol besteht überhaupt kein Zweifel.
|
||
Beim Reden kommen die Leut z‘samm
Der Kriterienkatalog über die künftige Nutzung bzw. den Ausbau der Wasserkraft in Tirol hat die hiesige Politik in den vergangenen Wochen elektrisiert. Selten zuvor hat ein an und für sich lobenswerter Vorschlag – nämlich die Argumente aller Beteiligten in einem Regelwerk zusammenzufassen – derart negative Stellungnahmen ausgelöst wie dieser Vorstoß von Landeshauptmannstellvertreter Toni Steixner. Die großen Interessenvertretungen zerpflückten den vorgelegten Entwurf regelrecht.
In der Zwischenzeit beginnt die eisige Mauer zwischen Tiwag-Boss Bruno Wallnöfer und Steixner zu schmelzen. Mittlerweile reden sie zumindest wieder miteinander, diskutieren über den Ausbau der Wasserkraft in Tirol und über den Kriterienkatalog. Damit ist schon viel getan. Nicht umsonst sagt ein altes Tiroler Sprichwort, dass beim Reden die Leut‘ zusammenkommen.
An der Notwendigkeit neuer Wasserkraftwerke besteht kein Zweifel. Gerade jetzt, wo jeder dritte Tiroler unter der Wirtschafts- und Finanzkrise leidet, sorgen die Investitionen der Energiewirtschaft für wichtige Impulse am heimischen Arbeitsmarkt. Aber diese Tatsache entbindet niemanden vom verantwortungsvollen Umgang mit der Natur.
Anton Steixner wollte mit seinem Kriterienkatalog den Spagat zwischen Naturschützern und Kraftwerksbauern schaffen. Er ist gescheitert – aber nur vorerst. Das Tauwetter zwischen ihm und Wallnöfer eröffnet dem ambitionierten Projekt eine zweite Chance. Das Ziel, ein von allen Seiten akzeptiertes Papier, das in naher Zukunft den Ausbau der Wasserkraft in Tirol nicht nur regelt, sondern sogar beschleunigt, wird zwar schwer oder gar nicht zu erreichen sein. Zu einbetoniert sind die Argumente. Aber besser, als nichts zu tun, ist allemal, wenn so viele Fachleute wie nur möglich an Lösungsvorschlägen arbeiten.
Publiziert am:
Sa, 20.03.2010




