16.08.2010, 08:05  Aktualisiert: 17.02.2011, 09:54 

International

Prozess gegen malaysischen Oppositionsführer fortgeführt

Obwohl dem Politiker eine Affäre mit der Staatsanwältin unterstellt wird, hat der Richter auf Fortführung des Prozesses bestanden.

Kuala Lumpur – Der Prozess gegen den malaysischen Oppositionsführer Anwar Ibrahim wird trotz Hinweisen auf eine Affäre einer Staatsanwältin mit dem Hauptbelastungszeugen fortgesetzt.

Richter Mohamad Zabidin Diah erklärte am Montag zwar, er betrachte die Berichte über die Affäre als zutreffend, da die Staatsanwaltschaft ihnen nicht widersprochen habe. Dies sei aber kein Grund, das Verfahren gegen Anwar einzustellen.

Dem Oppositionspolitiker wird vorgeworfen, eben den jungen Mann verführt zu haben, dem nun auch eine Affäre mit einer Staatsanwältin unterstellt wird. Deren Vorgesetzte argumentieren allerdings, die Frau spiele in dem Prozess gegen Anwar keine bedeutende Rolle und habe keinen Zugang zu wichtigen Dokumenten erhalten.

Dieser Argumentation folgte das Gericht. Kritiker betrachten den Prozess gegen den Oppositionsführer Anwar als politisch motiviert. Homosexuelle Kontakte können in Malaysia mit bis zu 20 Jahren Haft bestraft werden, außerdem dürfte Anwar in dem islamischen Staat fünf Jahre lang kein politisches Amt ausüben. (apn)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Mo, 16.08.2010  08:05
aktualisiert: Do, 17.02.2011  09:54
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