Leserbrief
Berufliche Perspektiven fehlen den Skilehrern
Thema: Zu den künftigen Skilehrern, die zu 90 Prozent aus dem Ausland kommen, TT vom Dezember und Jänner.
Was hier hoch gelobt wird („135 Prüflinge holten ihr Anwärterdekret in St. Anton ab“), ist in Wirklichkeit ein Skandal!
Wenn mit Schnellsiede-Kursen zur Erlangung der gesetzlich vorgeschriebenen Unterrichtsberechtigung mit billigen Arbeitskräften der Arbeitsmarkt „bereichert“ wird, brauchen sich die Zuständigen nicht zu fragen, warum der heimische Nachwuchs wenig Interesse am Skilehrerberuf zeigt.
Es ist der geringe Verdienst und das Fehlen einer beruflichen Perspektive.
Selbst wenn ein junger Mensch viel Zeit und Geld in die Ausbildung zum staatlichen Skilehrer investiert, bleiben seine Verdienstaussichten ziemlich gering. Es wäre wirtschaftlich auch gar nicht schlau, sich höher zu qualifizieren, da man als Ski-Hilfsarbeiter viel größere Chancen hat, einen Job zu finden – besonders, wenn man sich mit geringen Ferialpraktikanten-Löhnen zufriedengibt.
Für viele junge Leute, die es aus dem Ausland in die österreichischen Alpen zieht, mag die Aussicht, sich einmal eine Skisaison mit einem Skilehrerjob zu finanzieren, zwar recht attraktiv sein.
Dem Niveau eines Berufsstands, mit dem sich ganz Österreich gerne ziert, können derlei Praktiken aber mit bestimmter Sicherheit nur schaden.
Nicola Werdenigg 1200 Wien



