09.02.2010, 17:25  Aktualisiert: 10.05.2010, 15:18 

Iran

Netanyahu fordert sofort Sanktionen gegen Iran

Der Iran treibe mit aller Eile die Produktion einer Atombombe voran, sagte Netanyahu am Dienstag vor Diplomaten in Jerusalem.

Jerusalem – Im Atomstreit mit dem Iran hat der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu umgehend harte Sanktionen gefordert. Der Iran treibe mit aller Eile die Produktion einer Atombombe voran, sagte Netanyahu am Dienstag vor Diplomaten in Jerusalem. Deshalb seien sofort Sanktionen notwendig, die den Iran lähmen müssten. „Moderate oder verwässerte Sanktionen“ würden nicht weiterhelfen, sagte der Regierungschef.

Nach den Worten Netanyahus hat das „brutale Regime in Teheran“ in den vergangenen Tagen in empörenden Erklärungen Israel mit der Auslöschung gedroht. Israel erwarte, dass verantwortungsvolle Regierungen in aller Welt diese Erklärungen verurteilen. „Aber es bedarf mehr als nur solcher Worte“, sagte der Vorsitzende des national-konservativen Likuds.

Israel betrachtet den Iran als die größte strategische Bedrohung. Aus israelischer Sicht will die Führung die Atomkraft nicht für zivile Ziele nutzen, sondern eine Atombombe bauen.

Der Iran brüskierte mit der Produktion von hoch angereichertem Uran am Dienstag die internationale Gemeinschaft ein weiteres Mal und schürte die Zweifel an seinen wahren Absichten. Auch Russland zeigte sich verärgert und scheint sich der US-Forderung nach weiteren Sanktionen anzunähern. Der Westen hatte schon zuvor besorgt auf den am Wochenende von Präsident Mahmoud Ahmadinejad angekündigten Schritt reagiert.

Der Vorsitzende des russischen Sicherheitsrats, Nikolaj Patruschew, erklärte, die Anreicherung lasse Zweifel an dem offiziell verkündeten Kurs des iranischen Atomprogramms aufkommen. „Der Iran erklärt, dass er keine Atomwaffen haben will. Aber seine Handlungen (...) wecken Zweifel bei anderen Nationen, und diese Zweifel sind wohl fundiert“, wurde Patruschew von russischen Nachrichtenagenturen zitiert. Im gleichen Sinne äußerte sich das russische Außenministerium. Der Iran verstoße damit gegen Resolutionen des Sicherheitsrats. Die Zweifel an den Absichten des Irans verstärkten sich.

China sprach sich am Dienstag aber wieder für eine Fortsetzung der Verhandlungen aus. „Ich hoffe, die entscheidenden Parteien werden ihre Bemühungen verstärken und den Fortschritt im Dialog und in den Verhandlungen suchen“, erklärte Außenamtssprecher Ma Zhaoxu in Peking. China könnte neue Sanktionen im UN-Sicherheitsrat mit seinem Veto blockieren. (APA)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Di, 09.02.2010  17:25
aktualisiert: Mo, 10.05.2010  15:18
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