15.03.2010, 20:23  Aktualisiert: 23.08.2010, 11:10 

Österreich

„Operation Java“ - Zwei georgische Paten in Österreich verhaftet

Mit mehr als einem Dutzend Haftbefehlen ging die Polizei auf die Jagd auf Mitglieder der georgischen Mafia. Erfolgreich.
Ein internationaler Schlag gegen die georgische Mafia war auch in Österreich erfolgreich. Foto: Böhm

Wien – Die Polizei in West-, Mittel- und Südeuropa hat am Montag im Zuge der sogenannten „Operation Java“ einen schweren Schlag gegen die georgische Mafia geführt. Bei einer Aktion in sechs europäischen Staaten sind mehrere Dutzend Personen nach mehr als einjährigen Ermittlungen verhaftet worden. In Österreich wurden zwei mutmaßliche sogenannte Diebe im Gesetz, wie Paten der Mafia in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion genannt werden, verhaftet. Das bestätigte das Bundeskriminalamt (BK) am Abend der APA.

Laut BK gab es mehr als ein Dutzend vollzogener Haftbefehle und zahlreiche Hausdurchsuchungen. Dabei wurde umfangreiches aus Einbrüchen stammendes Diebesgut sichergestellt, unter anderem PCs, Notebooks, Schmuck sowie Designerkleidung. Details will die Polizei am Dienstag bei einer Pressekonferenz im Innenministerium bekanntgeben.

Insgesamt sind europaweit bei der Aktion mindestens 69 Personen verhaftet worden. Ihnen werden Drogenschmuggel, Geldwäsche, Erpressung, Bestechung und illegaler Waffenbesitz vorgeworfen, wie die Ermittler laut dpa am Montag in Madrid mitteilten.

Allein in Spanien gab es 24 Festnahmen, die restlichen verteilten sich neben Österreich auf Deutschland, die Schweiz, Frankreich und Italien. Die Ermittlungen zur „Operation Java“ seien vor mehr als einem Jahr vom Nationalen Gerichtshof in Madrid eingeleitet worden, so die Ermittler. In Spanien schlug die Polizei vor allem an der Mittelmeerküste zu. Auch in Barcelona sei einer der Paten der georgischen Mafia gefasst worden. Dort und in Valencia seien auf Anordnung des Ermittlungsrichters Fernando Grande-Marlaska auch mehrere Wohnungen durchsucht worden.

Festnahmen gab es aber auch in Madrid und Bilbao. Die spanische Regierung hob die gute internationale Zusammenarbeit bei der Polizeiaktion hervor. „Im Kampf gegen die organisierte Kriminalität greifen wir mit harter Hand durch“, sagte Vizeregierungschefin María Teresa Fernandez de la Vega.

Die „Operation Java“ war bereits der dritte große Polizeischlag gegen die Mafia aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion in Spanien seit dem Jahr 2000. Insgesamt sind seither rund 100 Verdächtige festgenommen worden. In den 90er Jahren hatten sich mehrere mutmaßliche Bosse in luxuriösen Anwesen an der spanischen Küste niedergelassen. (APA)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Mo, 15.03.2010  20:23
aktualisiert: Mo, 23.08.2010  11:10
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