Österreich
42,195 Kilometer im Lederschurz zum neuen Job
Von Carmen Baumgartner
Wien – Als der in Wien lebende Innsbrucker Robert Geir (28) vor drei Monaten seinen Job als Set-Aufnahmeleiter in der Filmbranche kündigte, hatte er sich seine berufliche Veränderung einfacher vorgestellt. Immerhin kann er ein abgeschlossenes FH-Studium, einige Jahre Arbeitserfahrung und diverse Zusatzausbildungen vorweisen. Doch nach einigen Absagen empfindet er sich als schwer vermittelbar. „Als akademischer Arbeitsloser gehört man anscheinend zur Generation Praktikum“, meinte er im TTamS-Gespräch.
Um aus der Masse der Dutzenden, wenn nicht gar Hunderten Bewerber um einen Job im Marketingbereich, im speziellen in der Medienbranche, herauszustechen, hat sich Geir das Projekt „Jobrunner“ ausgedacht. Denn heuer jährt sich die Geschichte des Laufes von Marathon nach Athen zum 2500. Mal. Geir will beim Vienna City Marathon am 18. April die gesamten 42,195 km in einer antiken griechischen Lederrüstung zurücklegen – inklusive Beinschienen, Lendenschurz und Brustpanzer. Die Vorbereitungszeit von nur elf Wochen schrumpft ziemlich schnell dahin. Auf der Seite seines Trainers, www.runtasia.at, bloggt Geir über seine Fortschritte, auf der Social-Network-Plattform Facebook hat er mit dem „Jobrunner“ schon über 400 Fans.
Wie ihn die Lauferei zu einem neuen Job bringen soll? Robert Geir will über den „Jobrunner“ beweisen, dass er ein Talent dafür hat, ein aktuelles Thema in eine Marketing- idee umzuwandeln und diese mit geringen finanziellen Mitteln publik zu machen. „Ich bin bereit, mich für einen Job voll und ganz einzusetzen, auch wenn das Entbehrungen und Strapazen voraussetzt“, so Geir zur TTamS, „ich habe den Mut, auch ungewöhnliche Wege zu gehen, um an ein Ziel zu kommen.“ Das sollte für ein Unternehmen Motivation sein, jemanden wie ihn einzustellen, glaubt der Tiroler.
Bisher hat sich nur eine Firma bei ihm gemeldet, zusammen kam man aber dann doch nicht. Robert Geirs langer Lauf geht damit weiter.



