International
Zahl der Slumbewohner weltweit stark angestiegen
Sao Paulo – Ungeachtet der weltweiten Bemühungen zur Bekämpfung der Armut müssen immer mehr Menschen ihr Dasein in Elendsvierteln fristen. 828 Millionen Menschen leben zurzeit in Slums, wie aus einem Bericht der Vereinten Nationen hervorgeht. Das sind 51 Millionen mehr als vor zehn Jahren.
Allerdings ist es dem Bericht zufolge im vergangenen Jahrzehnt auch rund 227 Millionen Menschen gelungen, die Elendsviertel zu verlassen - doppelt soviel wie vor zehn Jahren prognostiziert. Die positiven Entwicklungen der vergangenen Jahre hätten sich in erster Linie auf fortgeschrittene, wachsende Wirtschaftsnationen konzentriert, kritisiert der am Freitag veröffentlichte Bericht von UN-Habitat weiter.
Ärmere Staaten hätten diese Erfolge dagegen nicht zu verzeichnen. Besorgniserregend ist dem Bericht „State of the World‘s Cities 2010/2011“ zufolge vor allem, dass in manchen Städten immer mehr Flüchtlinge untergebracht werden. Ein Viertel der zwei Millionen Einwohner in der jordanischen Hauptstadt Amman sind demnach Flüchtlinge, vor allem aus dem Irak und den palästinensischen Gebieten. In Afrika gibt es laut Habitat sieben Millionen Flüchtlinge, Vertriebene und Asylsuchende, die vornehmlich in Städten untergekommen sind.
Vor allem in der südlichen Hemisphäre wachsen Städte ungleichmäßig, heißt es in dem Bericht weiter. So seien viele Einwohner beispielsweise von wirtschaftlichen Verbesserungen ausgeschlossen. Dieses Ungleichgewicht müsse gemeinsam angegangen werden, forderte Habitat-Direktorin Anna Tibaijuka und nannte unter anderem das Einkommensgefälle.
Die Liste der Städte mit dem größten Ungleichgewicht weltweit führen drei Städte in Südafrika an - Buffalo City, Johannesburg und Ekurhuleni -, gefolgt von Brasilien mit Goiana, Fortaleza, Belo Horizonte und der Hauptstadt Brasilia. Ebenfalls aufgeführt werden Caracas, Dakar, Jakarta und mehrere Städte in Jordanien. (apn)
aktualisiert: Fr, 28.05.2010 09:09



