21.03.2010

International

British-Airways-Streik droht auch zu Ostern

Seit gestern streikt das BA-Kabinenpersonal. 1100 von 1950 Flügen mussten gestrichen werden.

Von Reinhard Fellner

London – Die Flugbegleiter von British Airways haben in der Nacht zum Samstag einen dreitägigen Streik begonnen.

Zuvor war am Freitag ein letzter Versuch gescheitert, den Streik der rund 12.000 Flugbegleiter doch noch abzuwenden. BA-Chef Willie Walsh entschuldigte sich bei Tausenden betroffenen Reisenden und sprach von einem „schrecklichen Tag für BA“. Das Kabinenpersonal wehrt sich gegen einen Stopp von Lohnerhöhungen in diesem Jahr, die Einführung von Teilzeitarbeit für 3000 Beschäftigte und eine Reduzierung der Flugteams von 15 auf 14 Personen bei Langstreckenflügen. Die Geschäftsleitung hat die Maßnahmen als überlebenswichtig bezeichnet.

Premierminister Gordon Brown hatte die Gewerkschaft Unite noch am Freitag aufgefordert, auf den Ausstand zu verzichten. Eine Sprecherin der Konservativen kritisierte, im Kampf gegen die Rezession sei „das Letzte, was wir brauchen“, dass die Gewerkschaften „das Land gegen Lösegeld als Geisel halten“.

British Airways hat indes Maschinen von Konkurrenten gechartert, in anderen Abteilungen Freiwillige als Ersatz für das Kabinenpersonal organisiert und Reisende auf andere Flüge umgebucht. Am Samstag und Sonntag sollten jeweils 49.000 Passagiere abgefertigt werden. An einem durchschnittlichen März-Wochenende sind es pro Tag 75.000. Am Londoner Flughafen Heathrow sollten mehr als 60 Prozent der BA-Langstreckenflüge wie geplant stattfinden, bei den Kurzstrecken allerdings nur rund 30 Prozent.

Der Streik soll bis einschließlich Montag dauern. Am 27. März soll ein viertägiger Streik folgen, der dann auch erhebliche Auswirkungen auf den Osterreiseverkehr haben würde.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom So, 21.03.2010
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