15.01.2010, 15:56  Aktualisiert: 15.01.2010, 16:37 

Imst

Schweine-Experiment in Tirol sorgte für weltweites Aufsehen

Renommierte Zeitungen wie die „New York Times“, die „Washington Post“ oder auch der „Sydney Morning Herald“ berichteten über die Versuchsreihe.
Das Lawinenexperiment im Ötztal sorgte auf der ganzen Welt für reges Medieninteresse.Montage: TT.com
   
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Vent – Die Lawinenstudie in Vent hat größere Aufmerksamkeit bekommen, als je gedacht war: für die Wissenschafter leider im negativen Sinn.

Seit Bekanntwerden des Experiments, bei dem lebende Schweine unter Lawinen vergraben werden sollten - wohlgemerkt ohne Schmerzen und die ganze Zeit über narkotisiert - rollte eine Protestwelle los, die schier unfassbare Ausmaße annahm.

Auch das Interesse von Medien war ungewöhnlich groß: Die Geschichte wurde nicht nur in allen namhaften Tageszeitungen und Online-Medien Österreichs erzählt, sondern auch im Ausland aufgenommen.

So erschienen Berichte in den renommiertesten Tageszeitungen weltweit. Die „Washington Post“, die „New York Times“, „Toronto Star“, „USA Today“, „Sydney Morning Herald“ „Canadian Press“ oder „Independent Online“ sind nur einige internationale Medien, die die Geschichte zum Thema hatten.

Auch im deutschsprachigen Raum schlug die Studie hohe Wellen. „Unfassbare Barbarei: Empörung über Schweine-Experiment“ titelte etwa das Hamburger Abendblatt. „Lawinenforscher stoppen Versuch mit erfrierenden Schweinen“ schrieb Spiegel Online und auch Medien wie die Bild-Zeitung, die Zeit Online, Focus, die Frankfurter Allgemeinen Zeitung oder auch die Neue Zürcher Zeitung berichteten über das Experiment im Ötztal.

Den Ansturm bekamen auch die Mitarbeiter im Gemeindeamt mit: Weil ständig das Telefon läutete, brach der Server sogar für eine Zeit lang zusammen, Bürgermeister Ernst Schöpf musste ebenso wie die Studienleiter Hermann Brugger und Peter Paal Telefonanrufe im Sekundentakt entgegennehmen.

Tiere kommen nicht frei

Für die Tierschützer ist dieses enorme Interesse natürlich ein willkommenes Geschenk: Die Studie wurde bereits, wie berichtet, abgebrochen.

Während die Tierschützer nach Protesten am Freitag bereits die Heimreise antreten, haben auch die Wissenschafter begonnen, ihre Zelte in Vent abzureißen.

Unklar ist allerdings weiter, was mit den Schweinen passiert. „Wir haben uns darum bemüht, dass wir die überlebenden 19 Schweine mitnehmen dürfen, damit sie im Gnadenhof von Vier Pfoten ein artgerechtes Leben haben. Aber die Stimmung ist mittlerweile gekippt. Die Wissenschafter haben uns mitgeteilt, dass wir die Tiere nicht bekommen, weil sie in ihrem Besitz sind und sie deshalb mit ihnen machen könnten, was sie wollten“, erzählt Protest-Mitinitiator Nikolaus Kulmer von der steirischen Tier-WeGe.

„VIER PFOTEN ist bereits voll auf die Übernahme der Schweine vorbereitet, sowohl Transport als auch Unterkunft sind gesichert“, erklärt Geschäftsführerin Johanna Stadler. (rena)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Fr, 15.01.2010  15:56
aktualisiert: Fr, 15.01.2010  16:37
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