Innsbruck
„Niemand wird gezwungen zu verkaufen“
Von Manfred Mitterwachauer
Innsbruck – Eine „Entwertung ihres Lebensraums“ befürchten offenbar die Proponenten der Innsbrucker „Initiative Baukultur Hoch-Innsbruck“. Allen voran durch mögliche Projekte durch diverse Wohnbauträger ortet so mancher Anrainer eine zu dichte Verbauung auf der Hungerburg. Wie berichtet, wurde letzte Woche bei der Generalversammlung der Initiative eine Petition beschlossen. Darin wird neben einer Gleichbehandlung aller Bauwerber auch gefordert, dass künftig die Baudichte nicht mehr an ein einzelnes Objekt, sondern an den gesamten Stadtteil geknüpft ist.
Eine Forderung, über die Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (FI) nur den Kopf schütteln kann: „Es gibt keine Stadt, in der eine bestimmte Dichte über einen gesamten Stadtteil gezogen wird.“ Dies könne eben genau aus Gleichbehandlungsgründen nur in jedem Fall einzeln abgehandelt werden. Und überhaupt: An wen Private ihre Grundstücke auf der Hungerburg verkaufen würden, sei nicht Angelegenheit der Stadt, stellt Oppitz-Plörer unmissverständlich klar: „Niemand wird gezwungen, an einen Wohnbauträger zu verkaufen.“ Ungeachtet dessen habe auch sie mit dem einen oder anderen Objekt „keine große Freude“. Jedoch müsse die Stadt das genehmigen, was sich innerhalb bestehender Bebauungspläne bewege. Eine überbordende Reglementierung könne hier „das Gegenteil bewirken“.
Auch Verkehrsstadtrat Walter Peer (SP) spricht sich gegen Regelungen aus, die verhindern, dass der Einzelne „nicht mehr bauen darf“. Jedoch müsse allen klar sein, dass der gesamte Stadtteil Hungerburg – verkehrstechnisch gesehen – „eine Sackgasse ist“. Und es darüber hinaus auch nicht die geringste „Perspektive für eine zweite Zufahrtsstraße gibt“. Ungeachtet dessen, so Peer, müsse ein Stadtteilentwicklungskonzept erarbeitet werden.



