10.09.2010, 06:24  Aktualisiert: 03.03.2011, 16:50 

International

Feuersbrunst nach gewaltiger Explosion in San Francisco

Flammeninferno nahe San Francisco: Eine schwere Gasexplosion in einem Vorort der kalifornischen Metropole hat ein ganzes Wohnviertel in Brand gesetzt.
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San Francisco - Bei einer mutmaßlichen Gasexplosion in einem Vorort von San Francisco sind mindestens ein Mensch getötet und mehr als 30 weitere verletzt worden. Die Explosion habe sich am Donnerstag (Ortszeit) in San Bruno, in der Nähe des Flughafens von San Francisco, wahrscheinlich an einer Gasleitung ereignet, teilten die örtlichen Behörden mit. Da der Feuerball ganz in der Nähe der Flughafens von San Francisco zu sehen war, hatten Beobachter zunächst befürchtet, eine Maschine sei abgestürzt.

Mehr als 30 Verletzte würden im Krankenhaus von San Bruno behandelt, sagte Krankenhaussprecher Karl Sonkin. Mehrere weitere Opfer der Explosion und der anschließenden Brände seien in Stationen für Verbrennungsopfer in anderen Krankenhäusern gebracht worden. „Das ist wirklich eine Tragödie“, sagte der Krankenhaussprecher.

In den schwelenden Trümmern wurde die Suche nach möglichen weiteren Opfern in der Nacht fortgesetzt. Es wurde befürchtet, dass noch mehr Leichen gefunden werden.

Häuser brannten lichterloh

Infolge der Explosion brannten einige Häuser bis auf die Grundmauern nieder, die Flammen breiteten sich nach Behördenangaben auf mehr als 50 Häuser aus. Auch vier Stunden nach der Explosion hatte die Feuerwehr mehrere Brände noch nicht unter Kontrolle gebracht. Löschflugzeuge und -hubschrauber kamen ebenfalls zum Einsatz.

„Hölle auf Erden“

Augenzeugen berichteten von einem riesigen „Feuerball“. „Ich habe ein Geräusch wie das eines tief fliegenden Flugzeugs gehört, dann wackelte plötzlich das Haus“, sagte Tina Diloia, die sich während des Unglücks mit ihrem Baby in ihrer Wohnung in San Bruno aufhielt. Nachdem sie eine weitere Explosion gehört habe, sei sie auf die Straße gelaufen. Dort seien Trümmerteile umhergeflogen.

„Erst haben wir einen lauten Knall gehört, dann wackelte das ganze Haus“, erzählten die Brüder Bob und Ed Pellegrini dem örtlichen Sender ABC. Sie dachten erst an ein Erdbeben, spürten dann aber die starke Hitze. „Plötzlich sahen wir die Flammen gleich vor dem Fenster“, sagte Bob Pellegrini. „Es sah aus wie die Hölle auf Erden“. Sie konnten nur durch den Garten entkommen, denn vorne zur Straße hin war es zu heiß. „Das Haus ist zerstört. Ich habe nichts mehr, alles ist weg.“

Schon Tage zuvor Gasgeruch vernommen

Die Ursache für das Unglück wird noch untersucht. Der Chef der Feuerwehr von San Bruno, Dennis Haag, sagte zur Ursache: „Wir glauben, dass eine Hochdruckgasleitung explodiert ist.“ Der Gasversorger Pacific Gas and Electric entsandte Teams, um die Möglichkeit einer Erdgasexplosion zu prüfen, sagte Unternehmenssprecher J.D. Guidi. Die Explosion der unterirdischen Leitung riss ein großes Loch in den Boden. Medienberichten zufolge hatten Anrainer schon Tage zuvor Gasgeruch vernommen und den Behörden gemeldet. Nach dem ersten Schock wurden bereits wütende Stimmen über mögliche Versäumnisse laut. (APA/dpa/AFP/apn)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Fr, 10.09.2010  06:24
aktualisiert: Do, 03.03.2011  16:50
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