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„Knight-Rider-Schauen“: Hasselhoff-Fans stürmen Sillpark
Christiane Fasching
Innsbruck – Im Sillpark ist die Hölle los – dass draußen tropische Temperaturen herrschen, ist der Menge drinnen herzlich egal. Schließlich kommt bald ein Ritter und Retter vorbei, einer, der in den 80er und 90er Jahren das TV-Vorabendprogramm bestimmte, kumpelhaft mit Autos sprach und oberkörperfrei und barfuß Leben rettete. Für David Hasselhoff steht man sich gerne die Beine in den Bauch, für den „Knight Rider“ verzichtet man ohne Murren auf einen Tag am See, für Mitch Buchanan lässt man den Sommer links liegen. Und packt stattdessen Bojen, Schwimmreifen und das „Knight Rocker“-Album aus – um es von „The Hoff“ signieren zu lassen. Und ein Foto mit dem braungebrannten Lockenkopf zu ergattern.
Dass der Star von einst nun auf Kaufhaus-Tour ist, scheint weder ihn noch seine Fangemeinde zu stören. Gefallene Helden haben wenig Wahl und die Jünger der TV-Ikone nehmen jede Chance wahr, ihren Hero hautnah zu erleben. Bevor es soweit ist, muss sich Hasselhoff aber der Presse stellen. Mit einem fröhlichen „Alles klar“ betritt er den Raum und schwärmt lautstark über „Austria“. Kein Wunder: Im Land der Berge stand der 57-Jährige schon immer hoch im Kurs. Hier landete sein Song „Knight Rocker“, der weltweit als Flop verbucht wurde, ruckzuck auf Platz eins. Hier war man immer total verrückt nach ihm, tanzte zum „Limbo Dance“, grölte bei „Looking for Freedom“ mit und war glücklich, wenn „The Hoff“ wissen wollte: „Is everbody happy“?
Auch Hasselhoff will wieder glücklich sein, die Zeit der Alkohol-Eskapaden ad acta legen – und neu durchstarten. „Ich bin nur ein Mensch“, kommentiert er seine hochprozentigen Ausrutscher, die auch in seiner Biografie „Wellengang meines Lebens“ zur Sprache kommen. Totschweigen bringt nichts – spätestens seit Tochter Taylor Ann ein Video ihres rauschigen Papas ins Internet stellte, weiß die Welt, dass der laut Guinness-Buch „meistgesehene Star der TV-Geschichte“ nicht makellos ist.
Aber das ist Schnee von gestern: „The Hoff is back“, jubiliert „The Hoff“ und spricht freudestrahlend von seiner Tour, die im Februar 2011 in Wien starten soll. Und natürlich auch in Innsbruck Station macht. Wenn‘s nach ihm geht, gleich zwei oder drei Mal. Warum? „Innsbruck is great“, schmiert der „Weltstar“ der „Weltstadt“ Honig ums Maul. Sagt‘s und blickt sehnsüchtig Richtung Berge. Ob er sich vorstellen könne, hierher zu ziehen? „Ihr habt ja nur zwei Jahreszeiten: Winter und Juli, da ist mir die kalifornische Sonne lieber“, lacht Hasselhoff.
Bei seinem Comeback sollen ihm auch seine Töchter Taylor Ann und Hayley unter die Arme greifen – und im Lady-Gaga-Style seine Songs reloaden.
Schließlich muss man mit der Zeit gehen. Weil‘s jetzt Zeit zu gehen ist, sagt die Kaufhaus-Attraktion noch charmant „Aufwiedersehen“ und stürzt sich in die Fanmenge, die lautstark tobt, als der Hüne die Bühne betritt. Und so wirkt, als wäre er im siebten Himmel und nicht im Foyer eines Shopping-Tempels. Die Bojen-Träger singen „Crazy for you“, die Schwimmreifen-Fraktion stimmt „Looking for Freedom“ an. David Hasselhoff lacht, signiert und singt. Draußen ist‘s noch immer heiß. Hoffentlich geht „The Hoff“ nicht baden.
aktualisiert: Mi, 16.02.2011 10:20




