20.08.2010

Sportmix

Die Zukunft hängt in der Luft

Dunkle Wolken über dem Red Bull Air Race: einjährige Pause oder doch ein Ende für immer? Vizeweltmeister Hannes Arch ist fest davon überzeugt, dass es 2012 weitergeht: „Weil der Chef dem Projekt eine Chance gibt.“

Von Max Ischia

Innsbruck – Hannes Arch hat es auch gehört. Nämlich, dass 35 und damit sämtliche Mitarbeiter der Red Bull Air Race GmbH vor wenigen Tagen gekündigt worden sein sollen. Ein klares Zeichen, wie der Air-Race-Vizeweltmeister meinte, dass massive Änderungen ins Haus stehen. Denn allen Unkenrufen zum Trotz, die einjährige Pause sei der Anfang vom Ende, ist Arch von einer Air-Race-Zukunft überzeugt. „Der Chef (Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz, Anm.) gibt dem Projekt eine Chance“, meinte der Steirer, der fest davon überzeugt ist, dass es 2012 wieder eine WM-Serie geben wird. „Wir haben schon viel Arbeit für 2011 investiert und machen unseren Job bis Jahresende fertig, dann werden unsere Air-Race-Vorbereitungen erst einmal eingefroren.“

Dietrich Mateschitz, so war zu hören, urlaubt dieser Tage. Und von der Fusch­ler Red-Bull-Zentrale war in der Causa Air Race nichts Verbindliches zu erfahren. Eigentlich rein gar nichts. Dennoch sickerte aus dem Air-Race-Umfeld durch, dass die Tage von Bernd Loidl als Geschäftsführer der Red Bull Air Race GmbH gezählt sind. Der ebenfalls urlaubende Kitzbüheler war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Als Mateschitz vor vier Wochen bei einem Vortrag in Bad Gastein eine einjährige „Kunstpause“ des Air Race öffentlich in Aussicht stellte, begründete er diesen Schritt mit weiteren Verbesserungen der Sicherheitsmaßnahmen. „Bisher hatten wir mehr Glück als Verstand“, versicherte er und sprach damit so manchen Zwischenfall in der jüngeren Vergangenheit an. Wie den Wasseraufprall des Brasilianers Kindlemann, der in Perth wie durch ein Wunder nahezu unverletzt blieb. Wie den Australier Matt Hall, der in Windsor (CDN) nach einer engen Wende die Wasseroberfläche mit dem Flügel seines Flugzeugs touchierte, aber den Flieger wieder in die Höhe reißen konnte. Oder wie Hannes Archs Pylonen-Crash, als der 42-Jährige ebenfalls in Windsor eines der luftgefüllten Richtungstore angstmachend rammte.

Mateschitz: „Adrian Newey bastelt bereits an einem Monocoque, denn die Belastungen beim Air Race reichen ja bis 11 g.“ Also Kräfte bis zum Elffachen des eigenen Körpergewichtes. Außerdem könne er sich einen g-Begrenzer vorstellen, dazu einen Piepton wie bei parkenden Autos, wenn man tieffliegt.

Hannes Arch wollte zur Sicherheitsproblematik nichts sagen. Noch nicht. Er sieht die Auszeit jedenfalls rundum positiv, „weil an allen Ecken und Enden nachjustiert werden kann“. Langweilig werde ihm jedenfalls nicht: „Es gibt so viele Anfragen. Vom Filmprojekt bis zu Showgeschichten. Es bleibt spannend.“

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Fr, 20.08.2010
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