Erste Liga
„Die Kunst ist es, bei der Tagesordnung zu bleiben“
Von Alex Gruber
Innsbruck – Neben der Bestellung eines neuen Sportkoordinators (Oliver Prudlo) wird beim FC Wacker Innsbruck auch noch trainiert. Nur ein Punkt aus zwei Frühjahrspartien (0:0 bei der Admira, 1:2 gegen den FC Lustenau) und das Achtelfinal-Aus im Cup gegen Austria Lustenau legen die Übungseinheiten als täglich Brot nahe. Ein Blick in die helle Frühjahrssonne schmeckte Wacker-Coach Walter Kogler gestern Nachmittag wahrscheinlich besser als jener in die lichten Wacker-Reihen.
Nur 17 Mann standen um 15.30 Uhr ordentlich Spalier, als Co-Trainer Florian Klausner in die Pfeife blies. Darunter zwei Torhüter (Grünwald, Planer), der für zwei Spiele gesperrte Routinier Martin Svejnoha und Thomas Löffler, der nach dem gemeinsamen Aufwärmen aufgrund seiner gerade überwundenen Grippe zum Laufen überging. In bester Gesellschaft der beiden Linksfüßer: Bülent Bilgen und Alexander Hauser, die nach Muskelverletzungen ebenfalls noch nicht voll in der Spur sind und einsam auf der Tartanbahn des Tivoli-Areals ihre Runden zogen. Schritte, die besonders schmerzen, wenn nebenan die Kugel rollt. Aber immer noch besser als mit einer Lungenentzündung (Marco Kofler) außer Gefecht zu sein.
„Vielleicht spielen wir in Dornbirn ja mit drei Stürmern“, zwinkerte Co-Trainer Klausner. Die Offensivabteilung (Perstaller, Unterrainer, Mossoro, Fabiano, Gstrein) versprach nämlich noch die meisten Alternativen, während in der Defensivabteilung auch Andi Schrott (Hüfte) noch länger ausfallen wird. Nach einer Spezialuntersuchung in München schwankt die Bandbreite der weiteren Behandlung zwischen Besuchen in der Kältekammer, einer Arthroskopie oder doch einem operativen Eingriff, dem der Kapitän am liebsten ausweichen würde.
Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Oder mit den Worten von Walter Kogler gesprochen: „Weniger reden und mehr machen.“ So lautet seine Devise. Im Wissen, dass lange Analysen und etwaige Krisensitzungen nach den letzten beiden Partien gegen die Lustenauer Klubs oft auch nicht das Gelbe vom Ei sind.
Die Bestellung von Oliver Prudlo als neuem Sportkoordinator – „Es war wichtig, dass jemand die Lücke für Theo schließt“ – begrüßte Walter Kogler, der den verbalen Doppelpass mit seinem einstigen Abwehrkollegen zu FC-Tirol-Zeiten schon geschlossen hat: „Ich hoffe, er macht einen guten Job.“
Priorität genießt zur Stunde aber die Vorbereitung auf den ersten Dreier im Frühjahr, den wichtigen Auswärtssieg in Dornbirn. Da wäre in der Innenverteidigung neben Ulli Winkler Dario Dakovic die logische Lösung. Die Besetzung der linken Seite hängt von den Genesungsfortschritten der Patienten ab. „Ausfälle muss man kompensieren“, lamentiert Kogler nicht, es gehe im Leben eben immer auf und ab: „Die Kunst ist es, ständig bei der Tagesordnung zu bleiben.“




