Imst
Ochsenvorspann mit Elektroantrieb
Der Fernpass war und ist eine Hürde. Die ARGE Gastlichkeit an der Via Claudia Augusta bereitet eine Erleichterung für Radler vor: eine Relaisstation für Drahtesel, wo Radler das normale Bike gegen ein E-Bike tauschen können.
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Siegfried Gohm, Obmann des Vereins Via Claudia Augusta Tirol (links), und Rudolf Zündt, zweiter Vorsitzender des Vereins Via Claudia Augusta Bayern e. V., testeten den modernen Ochsenvorspann auf ihrer Fahrt von Reutte über den Fernpass.Foto: ARGE Gastlichkeit |
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Von Renate Schnegg
Nassereith – Kaiser Claudius ließ im Jahre 47 nach Christus die römische Kaiserstraße Via Claudia Augusta fertig stellen, die den Süden – sprich Adria und Po – mit dem Norden – sprich Donauwörth (D) – verbindet. Sie quert dabei die Bezirke Landeck, Imst und Reutte.
Auch wenn die Radroute Via Claudia Augusta der leichteste Alpenübergang für Radfahrer ist, hat sie doch einige Hürden aufzuweisen: den Fern- und den Reschenpass. Waren es zu Römerzeiten Ochsen, die vor die Pferdewägen gespannt wurden, um diese Steigungen zu überwinden, sind es heute Radshuttles, die den Radfahrer samt Drahtesel über die Pässe hieven. Seit heuer gibt es zusätzlich noch den Rückholbus von Altino bei Venedig bzw. von Ostiglia am Po, der den Radler an jeden beliebigen Ausgangspunkt entlang der Route zurückbringt.
Aber die Überlegungen laufen derweil schon weiter: „Es wird überlegt, zwischen Reutte und Nassereith wieder einen modernen Ochsenvorspann einzuführen“, schildert Christoph Tschaikner, Geschäftsführer der ARGE Gastlichkeit.
Konkret denke man daran, dass Radfahrer künftig in Reutte beim Café Alte Post ihr eigenes konventionelles Rad gegen ein E-Bike tauschen können. Damit diesem modernen Ochsenvorspann beim Anstieg zum Pass garantiert nicht der Saft ausgeht, könnte beim Reisebüro Zoller in Lermoos der Akku ausgetauscht werden.
„Beim Rastland in Nassereith stünde dann wieder das konventionelle Rad des Gastes zum Rücktausch bereit“, fügt Tschaikner an. Dorthin hat es das Reisebüro Zoller inzwischen gebracht, „während der Gast mühelos über die Alpen radelt“, blickt er in die Zukunft. Die Räder kommen wieder retour nach Reutte. Es könnten EH-Line-Elektro-Bikes der Firma MS Design in Roppen sein, mit der man schon beim Testlauf über den Fernpass zusammengearbeitet hat.
Tschaikner denkt, „dass das Angebot bereits im nächsten Jahr starten könnte“. Damit würde man dem Anspruch noch besser gerecht werden, „dass Deutschlands zweitbeliebteste Radroute selbst für Familien und rüstige Senioren geeignet ist“.
Beim TVB Imst-Gurgltal hört man diese Überlegungen der ARGE Gastlichkeit gerne, denn in der Verbandsregion gibt es nicht nur rund 200 Kilometer gut beschilderte Radwege, sondern seit heuer auch E-Bikes zum Leihen und entsprechende Tankstellen: zwei in Imst, eine in Hoch-Imst, eine in der Area 47, eine in der Knappenwelt Gurgltal und eine weitere bei der Autobahnraststätte Trofana in Mils. „Ja, wir haben viele Radler, die auch in der Region nächtigen“, bestätigt Doris Pollhammer vom TVB Imst-Gurgltal. „Dieses zusätzliche Angebot wird sicher gerne genützt.“

















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