Innsbruck

Sa, 31.07.2010 | 17:55 Uhr

Leitstelle wehrt sich gegen Vorwürfe: „Völlig ungerechtfertigt“

Die Kritik nach dem Umwetter am 17. Juli lässt die Landesleitstelle nicht auf sich sitzen: „Völlig ungerechtfertigt wird eine Hochleistung der Leitstelle als Versagen hingestellt“, heißt es in einer Klarstellung.

Geschäftsführer Martin Eberharter spricht von einer „Höchstleistung der Leitstelle“. Die Kritik lässt er nicht gelten. Foto: Zoom-Tirol.com

Innsbruck – Der Ärger nach dem schweren Unwetter am 17. Juli war groß, nicht nur bei den betroffenen Haus- und Geschäftsbesitzern. Die Landesleitstelle wurde heftig kritisiert. Die Notrufzentrale hätte die Flut an Meldungen nicht bewältigen können, Notrufe hingen bis zu vier Minuten in Warteschleifen.

Eine eigene Einsatzleitung für die Feuerwehr wurde deshalb gefordert. Seit der Gründung der Leitstelle Tirol habe die Feuerwehr keine Bezirksleitstelle mehr, kritisiert Bezirkskommandant Anton Larcher. Die Einsätze müssen rasch nach Priorität gereiht, die Trupps koordiniert und alles dokumentiert werden. Es dürfe nicht passieren, dass etwas Wichtiges untergehe.

„Völlig ungerechtfertigt“

Die Leitstelle wehrt sich jetzt gegen die Vorwürfe. „Niemand in Tirol wäre in der Lage, ein solches Notrufaufkommen in so kurzer Zeit zu bearbeiten. Im Großschadensraum Innsbruck lag die Verantwortung der Einsatzkoordination bei der Einsatzleitung der Berufsfeuerwehr Innsbruck und nicht bei der Leitstelle“, wird in einer Aussendung klargestellt.

Die Leitstelle hätte innerhalb von 180 Minuten 1650 Notrufe entgegengenommen. „Das sind neun Anrufe pro Minute.“ 120 Notrufleitungen waren der Leitstelle zufolge offen. „80 Rettungs-, sechs Alpin- sowie 689 Feuerwehreinsätze wurden in zwölf Stunden beauftragt.“

Es sei „völlig ungerechtfertigt“, dass eine „Hochleistung der Leitstelle als Versagen dargestellt“ werde.

Innerhalb von zwei Stunden hatten damals Hagelkörner mit rund zwei Zentimeter Durchmesser die Abflüsse verstopft. Die nachfolgenden Gewitter setzten die Innsbrucker Altstadt zeitweise einen halben Meter unter Wasser, die Kanalisation konnte die Wassermassen nicht mehr aufnehmen.

Einen Tag später wurden die zum Teil massiven Schäden an landwirtschaftlichen Flächen mit mehr als 1,8 Millionen Euro beziffert. Betroffen waren vor allem Gemüse, Glashäuser, Grünland und Obst. Das Schadensgebiet erstreckt sich von Innsbruck bis Kitzbühel. (er, red, APA)

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Innsbrucker Feuerwehr will eigene Bezirksleitstelle

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