Kramsach
Bürger gaben Empfehlungen zur Zukunft der Mobilität ab
Alpbach - Der Verkehr soll sich künftig im individuellen und öffentlichen Bereich vor allem umweltfreundlich abspielen und durch Elektromobilität unterstützt werden. Das ist die zentrale Aussage einer vom Energiekonzern Verbund initiierten „BürgerInnen-Konferenz“ in Kramsach, die von 20. bis 22. August 15 Empfehlungen für die Zukunft der Mobilität erarbeitet hat. Die Ergebnisse sollen in zwei Arbeitskreise zum Thema E-Mobilität bei den Alpbacher Technologie- und Wirtschaftsgesprächen einfließen, hieß es am Donnerstag bei einer Pressekonferenz des Verbund in Alpbach.
Öffentliches Verkehrssystem soll weiter optimiert werden
Die größte Zustimmung fand demnach die Empfehlung, das öffentliche Verkehrssystem bis 2020 so zu optimieren, dass es eine attraktive Alternative zum Auto wird. Maßgebliche Faktoren dazu seien Verlässlichkeit und gute Taktung, Leistbarkeit und ein faires Preis-Leistungsangebot, Sauberkeit und Komfort sowie optimale Schnittstellen und Anbindungen zu anderen Verkehrsmitteln.
Als zugkräftiger Faktor wurde die Einführung einer Mobilitätskarte empfohlen, die vom öffentlichen Verkehr über Car-Sharing, City-Bikes bis hin zu Krankentransporten alle Mobilitätsangebote umfassen soll. Ein Drittel der Empfehlungen beinhalte Themen der E-Mobilität, die leistbar und leistungsstark, sowie ausschließlich mit erneuerbaren Stromquellen gespeist werden soll.
Erhöhter Strombedarf braucht mehr erneuerbare Energieformen
„E-Mobilität wird kommen, hundertprozentig“, ist sich Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber sicher. Die Einbindung von Bürgern und Kunden zur Erarbeitung von Zukunftskonzepten ist für ihn eine von mehreren wichtigen Ingredienzien. Daneben brauche es eines politischen Schulterschlusses von Ministerien über die Kommunen, Forschungsförderungseinrichtungen bis zu Technologieinstitutionen: „Österreich ist nicht groß genug, dass wir uns Separatismen leisten können.“
Besonderes Gewicht misst Anzengruber der Versorgung des durch die zunehmende E-Mobilität erhöhten Strombedarfs durch erneuerbare Energien zu: „In Österreich hat die Wasserkraft hohes Potenzial, das wir durch Windkraft und Photovoltaik ergänzen können.“ Bis 2015 würden in Österreich durch bereits laufende Kraftwerksprojekte rund 900 GWh aus erneuerbaren Quellen dazukommen. Damit könne der erhöhte Strombedarf der vom Umweltbundesamt kürzlich prognostizierten 200.000 Elektrofahrzeuge, die bis 2020 auf Österreichs Straßen unterwegs sein sollen, „mehr als abgedeckt werden“.
Autos werden zu Stromverbrauchern und -speichern
Wohl aber müssten sich die Stromnetze hin zu „Smart Grids“ revolutionieren, die die neuen Bedürfnisse intelligent verteilen. „Autos werden nicht nur Verbraucher, sondern auch Speicher sein“, so Anzengruber. Die CO2-Emissionen aus dem Verkehr könnten durch die Einführung der Elektromobilität bis 2050 um 80 bis 90 Prozent reduziert werden.
Speziell zur Forcierung der Elektromobilität in Österreich wurde 2009 Plattform „Austrian Mobile Power“ gegründet. Die als Verein organisierte Plattform hat inzwischen ca. 20 Mitglieder, darunter unter anderem Verbund, Siemens, Magna, KTM, Wien Energie, Rewe, Telekom Austria oder Raiffeisen.
An der „BürgerInnen-Konferenz“ vom 20. bis 22. August nahmen 32 Personen aus ganz Österreich im Alter von 18 bis 65 Jahren teil. Die Empfehlungen wurden gemeinsam mit Experten u.a. vom Umweltbundesamt, Universität für Bodenkultur (Boku), Technische Universität (TU) Wien sowie von Vorarlberger Kraftwerken, ÖBB-Postbus Tirol erarbeitet. (APA)
aktualisiert: Do, 17.02.2011 09:58






