Innsbruck
AK kritisiert Bankenbrief
Von Frank Tschoner
Innsbruck – Im Jahr 2007 hat ein Tiroler für den Hausbau bei der Bank Austria (BA) einen Kredit in Schweizer Franken in Höhe von 151.000 € aufgenommen. Seither legte der Franken gegenüber dem Euro zu. Nun fordert die Bank Austria in einem Brief als Sicherstellung binnen 14 Tagen einen Betrag von 29.529 € vom Kunden. Denn infolge der Währungsschwankungen habe sich das Kreditrisiko erhöht. Und bei einem Beratungsgespräch konnte „ein Einvernehmen über die weiteren Schritte, die in dieser Situation zu setzen sind, nicht erzielt werden“. Am Ende des Briefes macht die BA „ausdrücklich“ darauf aufmerksam, dass die Bank berechtigt sei, den Kredit zu kündigen. Gleichzeitig startete die BA, wie berichtet, eine Umstiegsoffensive für Frankenkreditnehmer und lockt mit Zuckerln. „Das sind keine Zuckerln, sondern ist eine gefährliche Drohung“, meint AK-Tirol-Präsident Erwin Zangerl. „Da gehen Banken, denen der Staat mit Steuergeld geholfen hat, auf den Steuerzahler los.“ Für Zangerl gibt es zwei Möglichkeiten: „Entweder die Banken verhalten sich wieder normal oder, wenn sie die derzeitigen Maßnahmen durchziehen, Tausende Tiroler stehen auf der Straße.“ Er fordert eine Arbeitnehmerbank analog zur Bauernbank, die diese Kreditrisiken abdeckt.
Laut dem obersten Konsumentenschützer der AK, Andreas Oberlechner, ist die 14-tägige Frist in dem BA-Brief unzulässig. „Das ganze Vorgehen ist unhaltbar.“
Die Bank Austria wehrt sich. Nur 1 % der Fremdwährungskreditnehmer habe, laut dem Landesdirektor der BA in Tirol Martin Anker, so einen Brief erhalten. Das seien 60 solcher Schreiben. Es sei darum gegangen, die Kunden zu „sensibilisieren, dass etwas getan werden muss“. Bei diesen Kreditnehmern hätte sich die wirtschaftliche Situation verschlechtert, sie hätten das Gespräch verweigert oder es hätte keine Einigung gegeben. Aber auch noch nach dem Brief habe man mit einigen eine Regelung erzielen können. „Dieser Brief ist mit der Bundes-AK, der Finanzmarktaufsicht und dem Verein für Konsumenteninformation abgestimmt“, behauptet Anker.






