Innsbruck
Promi Opfer von Hochstapler
Von Thomas Hörmann
Innsbruck – Wer in die Suchleiste der Internet-Plattform Facebook den Namen von Wacker-Trainer Walter Kogler eingibt, wird rasch fündig. Und erfährt dabei, dass sich der Kärntner „in Tirol, seiner Wahlheimat, sehr wohl fühlt“, seit Juni 2008 Trainer der Kampfmannschaft ist und 177 Freunde hat.
Dass es sich beim Facebook-Walter tatsächlich um den Wacker-Kogler handelt, scheint das Foto zu belegen, das eindeutig den Trainer zeigt. Inklusive Vereinslogo auf dem schwarzen Poloshirt.
Doch der Schein trügt – „ich hab‘ eigentlich mit dem Facebook-Zeugs nichts am Hut“, gesteht der echte Walter Kogler.
Anders ausgedrückt: Ein unbekannter Hochstapler gibt sich bei Facebook im Internet als Wacker-Trainer aus.
Das Besorgen eines Fotos des Original-Kogler dürfte für den Schwindler kein Problem gewesen sein. Bilder des früheren Teamverteidigers sind hundertfach im Internet zu finden.
Aufgeflogen ist der Schwindel „dank meiner Frau, die im Gegensatz zu mir häufig auf Facebook surft. Sie hat kürzlich meinen Eintrag gesehen und sich gewundert“, erinnert sich Kogler.
Der Wacker-Trainer hat inzwischen auch die Freundesliste seines Facebook-Alter Egos durchgesehen. Von den 177 Einträgen „stammen tatsächlich einige von meinen Bekannten und Freunden, die sich offenbar in die Irre führen haben lassen und dachten, sie befinden sich tatsächlich auf meiner Facebook-Seite“.
Der 42-jährige Profitrainer hat inzwischen versucht, dem Hochstapler das Handwerk zu legen.
Ein schwieriges Unterfangen – „ich wollte bei der Innsbrucker Polizei Anzeige erstatten, musste dabei aber erfahren, dass dieser Internet-Auftritt unter meinem Namen keine Straftat darstellt.“
Jetzt versucht der Trainer wenigstens, seinen unfreiwilligen Auftritt auf Facebook zu beenden. „Das macht der Verein. Wir wollen mit Facebook Kontakt aufnehmen, damit mein Eintrag schnellstmöglich gelöscht wird.“
Tatsächlich hat der falsche Walter Kogler kaum etwas zu befürchten: „Unter dem Namen eines anderen im Internet aufzutreten, ist keine Straftat“, bestätigt ein Beamter des Landeskriminalamtes.
Allerdings sei es möglich, zivilrechtlich gegen den Hochstapler vorzugehen. Dazu müsste Kogler allerdings die echte Identität seines falschen Namensvetters lüften und bei Gericht eine entsprechende Klage einreichen.
aktualisiert: Do, 28.01.2010 17:22






