Innsbruck
Wege abseits der Kraftwerke
Innsbruck – Nein. An alternative Energie denkt Landesumweltanwalt Johannes Kostenzer alleine nicht. In erster Linie versuche er, die Naturschätze Tirols zu bewahren. Und aufzuzeigen, dass Wasserkraftwerke nicht der Weisheit letzter Schluss sind. Gerade dieses Jahr steht mit der Entscheidung Sellrain-Silz bzw. Telfs einiges an.
Und auf eines legt Kostenzer in der Argumentation Wert: „Es ist unrealistisch, von Energieautarkie zu sprechen. Bei einem Vollausbau der Wasserkraft in Tirol wären wir in dreizehn Jahren am Stand von heute“, verweist er etwa auf die jährliche Strombedarfssteigerung von 2,1 bis 4 Prozent.
Angesichts dieser Zahlen würde das Innkraftwerk Telfs nicht einmal die Steigerung des Bedarfs eines Jahres decken können.
„Man muss endlich von dem Gedanken wegkommen, dass Kraftwerke unser Stromproblem lösen“, fordert Kostenzer andere Sichtweisen ein. An erster Stelle setzt er hier klar auf den Ausbau der Energieeffizienz. So würden etwa 27 Prozent der elektrischen Energie zum Heizen verbraucht. Sogar neue öffentliche Gebäude würden speziell in Gemeinden mit einer Stromheizung errichtet, kritisiert Kostenzer. Auch das alte Innsbrucker Stadtmagistrat werde etwa noch mit Strom geheizt. Und 20 Prozent der elektrischen Energie fließen etwa in die Warmwasseraufbereitung. „Warmwasserkollektoren sind aber eigentlich bereits Standard“, schüttelt Kostenzer den Kopf.
In diesem Bereich sieht er die ersten Ansätze. Anschließend gehe es um den Ausbau der Alternativ-Energien für ihn. Und Wasserkraft schließt er bekanntlich auch nicht gänzlich aus: Aber nur dort, wo möglichst wenig Schaden an der Natur angerichtet werde. (mir)






