22.02.2010

Osttirol

Aufräumarbeiten dauern eine Woche

Die gewaltige Mure, die die B 100 in Osttirol verlegt, fordert die Räumtrupps. Das Bundesheer muss mithelfen.
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Ausweichmöglichkeit

Pkw können den gesperrten Abschnitt der B 100 über die Pustertaler Höhenstraße umfahren. Zeitverlust: mindestens 30 Minuten, bei Blockabfertigung mehr.

Lkw und Busse über 12 Meter Länge müssen über den Felbertauern bzw. über den Brenner ausweichen.

Von Catharina Oblasser

Leisach – Mit voller Konzentration beobachtet der Wachposten die Umgebung rund um die gewaltige Mure, die auf die Drautalbundesstraße B 100 und die Drau herabgestürzt ist. Sobald der Feuerwehrmann die kleinste Bewegung an den Bäumen oder am Hang wahrnimmt, heißt es die Räummannschaften am Fuß der Schlammlawine zu alarmieren. Denn es ist nach wie vor möglich, dass ein weiterer Erdrutsch auf das verheerende Ereignis von Samstag früh folgt.

„Alle zwanzig Minuten müssen sich die Beobachtungsposten abwechseln, länger hält erfahrungsgemäß die Aufmerksamkeit nicht an“, erklärt Harald Haider, Leiter des Baubezirksamtes in Lienz. In der Nacht wird nicht gearbeitet, das wäre zu riskant. Ab heute Montag wird eine Abordnung von Soldaten die Beobachtungsposten und Räumtrupps unterstützen.

Frühestens am kommenden Samstag ist die B 100, die von Lienz Richtung Südtirol führt, wieder befahrbar, schätzen Haider und Bezirkshauptmann Paul Wöll. „Wir hoffen, dass sich das bis zum nächsten Urlauberschichtwechsel ausgeht.“ 35.000 Kubikmeter Schotter und Erdreich müssen dafür abtransportiert werden, von zwei Seiten bearbeiten die Räummannschaften das Erdreich.

Die Mure hat nicht nur Straße und Fluss verlegt, sondern gefährdet auch den daneben verlaufenden Bahndamm der Südbahnstrecke. „Bis auf Weiteres können die Züge nicht verkehren, es ist ein Schienenersatzverkehr eingerichtet“, so Wöll.

Für die nächsten Tage hoffen die Verantwortlichen auf trockenes Wetter. Bei starkem Regen müssten die Räumarbeiten unterbrochen werden, das Risiko sei zu groß. Die Ursache für den Murenabgang ist nach wie vor unklar.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Mo, 22.02.2010
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