Imst
Mit eigenen Schildern gegen schwere Navi-Irrfahrer
Von Alexander Paschinger
Imst, Landeck – Zuletzt beherrschten Pkw, die wegen Navigationsgeräten in Tunnels wendeten, auf Langlaufloipen landeten und auf Holzwegen strandeten die Schlagzeilen. Wahrlich größere Probleme gibt es aber auch mit dem Schwerverkehr. Im Dezember war zuletzt in Nassereith ein vom Navi geleiteter Lkw auf den vereisten Straßen im Ortsteil St. Wendelin hängen geblieben.
Das Ganze hat nun einen behördlichen Rattenschwanz nach sich gezogen. Denn am Ortseingang hängt zwar ein Schild, dass für Lkw über 7,5 Tonnen ein Fahrverbot herrscht – „aber das Limit ist nicht verordnet“, hieß es bei der letzten Gemeinderatssitzung. Die Polizei wollte nämlich den Fahrer strafen, kam aber dahinter, dass die Tonnagebeschränkung rechtlich noch nicht hält. „Wir klären das demnächst ab“, meint dazu der stellvertretende Imster BH, Andreas Nagele.
„Das Navi ist die Geißel der Lkw-Fahrer“, schmunzelt ein Polizist des Postens Nassereith. Denn der Lkw in St. Wendelin ist nicht der einzige Vorfall im Ort. Der Beamte berichtet von einem anderen Laster, der auf der alten Holzleiten-Bundesstraße unterwegs war – „und mitten in der Naturbob-Strecke landete“.
Nassereith ist nur ein Brennpunkt im Bezirk, der wegen verfahrener Lkw amtsbekannt ist: „Immer wieder versuchen Lenker über Imsterberg in Richtung Reschen zu gelangen“, schüttelt Nagele den Kopf. Demnächst wird dort am Bahnübergang ein Verkehrsschild errichtet: „Es hat keine rechtlichen Auswirkungen, sondern macht den Fahrer zweisprachig darauf aufmerksam, dass er auf dieser Strecke nicht wenden kann.“ Ein erstes Schild ist bereits an der Abzweigung Grins-Stanz angebracht.
Eine weitere Nebenstraße hat die BH Imst im Auge: „Es geht um die Verbindung Roppen-Wald – auch dort hängen immer wieder Lkw“, so Nagele. Dorthin fahren sie zumeist dann, wenn der Roppener Tunnel gesperrt ist.
Nagele kommt aus dem Staunen nicht heraus: „Keine Ahnung, warum gerade Berufskraftfahrer ihr Hirn nicht einschalten. Aber manche fahren eben, bis sie anstoßen.“






