Tobender Koch attackierte Rudi und Monika Sailer
Kitzbüheler Skilegende in Wohnung beschimpft und bedroht, Frau verletzt. Angeklagter Koch gesteht nur Streit zu.
Von Reinhard Fellner
Innsbruck – Rudi Sailer ist in 65 Lebensjahren schon viel untergekommen. Der Skiweltcup-Abfahrtssieger und Leiter der Kitzbüheler Skischule „Rote Teufel“ traf Leute in und aus aller Welt. In der Gamsstadt machte er im Oktober jedoch Bekanntschaft mit einem Italiener, der sich bei Sailer eingemietet und ungern Miete gezahlt hatte.
Dies führte dann zu einem gerichtlichen Vergleich, bei dem der Koch zur Bezahlung seiner Außenstände verdonnert wurde. Als er dann aber die 1200 Euro für 100 Quadratmeter in bester Kitzbüheler Lage wieder nicht zahlen wollte, bat ihn Rudi Sailer zu gehen. „Du kriegst mich hier nie raus. Wir haben ein Kind!“, lautete erst die Antwort des Italieners. Was folgte, brachte den Südländer gestern wegen angeklagten Hausfriedensbruchs, gefährlicher Drohung und Körperverletzung ans Landesgericht. „Er hat mich beschimpft, wie ich es in meinem Leben noch nicht erlebt habe. Dann drohte er, mich wie eine Kartoffel aufzuschneiden und machte eindeutige Handbewegungen dazu“, schilderte Rudi Sailer den Beginn der Auseinandersetzung in seinem Wohnhaus. Und führte Richter Norbert Hofer vor Augen, wie der Italiener dann in die Sailer-Wohnung stürmte und nur mehr schwer abgedrängt werden konnte: „Ich war durch eine medizinische Behandlung geschwächt und konnte mich nicht wehren. Meine Frau Monika hat aber gekämpft wie ein Löwe. Als wir ihn bei der Türe hatten, klemmte er den Fuß dazwischen und drückte sie wieder auf. Dadurch wurde meine Frau zurück und ich auf die Truhe geschleudert“, beschrieb Sailer die bangen Momente. „Nicht einmal unser Nachbar, ein 1,95-Meter-Riegel, traute sich heraus!“
Ehegattin Monika bestärkte: „Ich stand Todesängste aus. Der Angeklagte tobte so, dass ich erst nicht einmal die Polizei rufen konnte.“ Dabei erlitt die tapfere Ehegattin allerdings eine schmerzhafte Zerrung am linken Mittelfinger. Sailer-Anwalt Sebastian Hagsteiner beantragte dafür erst einmal 300 Euro Teilschmerzengeld.
Die will der Italiener aber nicht anerkennen. Nur an einen verbalen Streit will sich der nun delogierte Heiß- sporn erinnern. Verteidiger Marius Baumann beantragte nun die Einvernahme der Lebensgefährtin des Italieners.

















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