12.03.2010

Kufstein

Mit Sicherheitspersonal soll Nachtleben gerettet werden

Nach Beschwerden über Ruhestörungen engagieren Wirte und Wörgler Stadtführung einen privaten Sicherheitsdienst.

Von Wolfgang Otter

Wörgl – Mit dem Fallen der einheitlichen Sperrstunde um zwei Uhr Früh für Lokale im Wörgler Stadtgebiet wurden die Nächte wieder laut. Zahlreiche Beschwerden landeten auf dem Schreibtisch von Bürgermeister Arno Abler, diese Woche konnte jetzt eine Lösung für das Lärmproblem gefunden werden.

Sperrstundenbrecher war vor Kurzem der Wirt des Onyx-Clubs, der von der Bezirkshauptmannschaft die Genehmigung erhalten hatte, bis fünf Uhr Früh offen zu halten. Seitens der Stadt konnte diese Erlaubnis nicht einfach verkürzt werden. Dazu wäre, wie bei den anderen Lokalen, ein langwieriges Ermittlungsverfahren notwendig gewesen, mit dem der Bürgermeister beweisen hätte müssen, dass es durch die lange Öffnungszeit zu mehr Lärm auf der Straße kommt. Bis zu einem Jahr hätte dieser Beobachtungszeitraum dauern können.

Um nicht andere Wirte geschäftlich zu benachteiligen, hob Abler alle Bescheide für zwei Uhr auf. Die Folge waren mehr Vandalismus und Lärm durch die Nachtschwärmer.

Um den Wörglern ruhigere Nächte noch vor Ablauf eines neuen Ermittlungsverfahrens zu ermöglichen, kam es diese Woche zu einem Gipfel zwischen Stadtführung und Gastronomen. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen, wie Bürgermeister Abler erfreut berichtet. „Was mich auch besonders freut, ist, dass alle Wirte an einem Strang ziehen und mitmachen.“ Unter Mitmachen meint der Stadtchef die finanzielle Beteiligung an einem Sicherheitsdienst.

Dieser wird vorerst für die Dauer eines Jahres an Freitagen und Samstagen sowie an den Tagen vor Feiertagen von 23 Uhr bis 6 Uhr Früh Streifengänge in der Stadt durchführen und bei Eskalationen eingreifen. Dabei sollen auch Wachhunde zum Einsatz kommen. Außerdem wird die Bundespolizei weiterhin Streifen in Wörgl durchführen. Die Aufteilung der Kosten für den privaten Dienst erfolgt laut Abler nach einer Gewichtung nach den Sperrstunden. Wer also länger offen hält, muss mehr bezahlen. Wobei die Kosten für die hauptbetroffenen Lokale lediglich an die 30 Euro pro Wochenende betragen.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Fr, 12.03.2010
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