Innsbruck
Islamische Lehrer laut Theologen wichtig für Zusammenleben
Interreligiöses Forschungsprojekt widmete sich dem Spannungsfeld Schule - Am 21. Mai Symposion in Innsbruck.
![]() In Tirol wird ab einer Mindestzahl von vier Schülern islamischer Religionsunterricht angeboten. Foto: APA |
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Innsbruck – ABei einem interreligiösen Forschungsprojekt zum Spannungsfeld Schule hat sich die Präsenz von islamischen Pädagogen in Schulen als „wichtiger Schlüssel“ für ein gleichberechtigtes Miteinander herauskristallisiert. Für muslimische Kinder und Eltern sei es wichtig, ihre Religion auf offizieller Verwaltungsebene vertreten zu wissen, erklärte Theologin und Herausgeberin Martina Kraml bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in Innsbruck.
Erstmals hätten sich christliche und muslimische Wissenschafter in einem gemeinsamen Projekt mit dem Forschungsfeld Schule auseinandergesetzt. Die Ergebnisse wurden in dem vor kurzem erschienenen Buch „Heilig-Tabu. Christen und Muslime wagen Begegnung“ publiziert. Am 21. Mai sollen die Erkenntnisse in einem in der Tiroler Landeshauptstadt stattfindenden Symposion diskutiert werden.
Ziel der Publikation und des Symposions sei es, Lehrer sowie Personen in leitenden Schulpositionen für dieses Thema zu sensibilisieren. Die Schule sei schließlich ein zentraler „Lernort“ für das Zusammenleben der Religionen. „Bei dem Projekt ist nicht nur die Frage nach dem Was sondern auch jene nach dem Wie zentral gewesen“, schilderte Kraml. Daher habe man darauf geachtet, dass auch im Forschungsprozess Muslime vertreten sind. „Interreligiöse Forschung kann nur dann betrieben werden, wenn beide Seiten gleichberechtigt Anteil daran haben“, sagte die Herausgeberin.
Auch für ihre Kollegen stellen muslimische Lehrer eine Bereicherung dar, erläuterte Tilmann Schaible, Fachinspektor für islamischen Religionsunterricht. Zudem sei die „Multiplikatorfunktion“ von muslimischen Pädagogen beachtlich. Die Lehrer würden nämlich über ihre Schüler einen Großteil der „islamischen Community“ erreichen und auf allen Ebenen hinauswirken. In Tirol werde ab einer Mindestzahl von vier Schülern islamischer Religionsunterricht angeboten. Derzeit findet dieser in Tirol nahezu flächendeckend statt, obwohl es immer wieder schwierig sei, Lehrer zu finden.
Eine generell geringe Toleranz gegenüber Religionen in der Öffentlichkeit konstatierte Matthias Scharer, Leiter des Instituts für Praktische Theologie an der Universität Innsbruck. Gerade aber wenn es um islamische Symbole gehe, seien die Menschen „besonders aufgewühlt“. „In dieser Frage sitzen beide Religionen im selben Boot und müssen sich wechselseitig unterstützen“, betonte der Theologe. Hinsichtlich der Ausbildungsmöglichkeit für islamische Theologen und Religionspädagogen im Westen Österreichs ortete Scharer Handlungsbedarf. Die Innsbrucker Universitätsleitung sei einem derartigen Vorschlag gegenüber grundsätzlich offen, bisher habe sich das Wissenschaftsministerium diesem aber verweigert. (APA)

















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