15.07.2010

Innsbruck

Industrie steigt aufs Gaspedal

Der Optimismus in der Tiroler Industrie wächst. Die Auftragslage hat sich spürbar gebessert, es wird wieder mehr Personal eingestellt.

Innsbruck – Die schwere Wirtschaftskrise, die auch den heimischen Industriebetreiben im Vorjahr teils massive Umsatzeinbrüche beschert hat, scheint überwunden – wenn es laut neuester Konjunktur­umfrage der Industriellenvereinigung auch einige Fragezeichen über die weiteren Aussichten gibt. „In einigen Betrieben und Branchen ist die Entspannung noch lange nicht abgesichert“, sagt Tirols Industriellen-Präsident Reinhard Schretter.

Konkret bezeichnen 22 Prozent der befragten Industrieunternehmen die derzeitige Geschäftslage mit „gut“, weitere 77 % mit „befriedigend“ und nur 1 % mit „schlecht“. Der Auftragsbestand ist bei 29 Prozent „gut“, bei 70 Prozent „saisonüblich“ und bei 1 Prozent „schlecht“.

Immerhin 20 Prozent der Industriebetriebe rechnen in den kommenden drei Monaten mit einer steigenden Produktion, 79 Prozent mit einer gleichbleibenden und 1 Prozent mit einer sinkenden Produktion. Trotz der besseren Auftragslage bleiben die Preise unter Druck: Nur 9 Prozent der Firmen kalkulieren mit steigenden Preisen, während 16 Prozent einen Preisverfall voraussagen.

Positiver ist hingegen die Situation auf dem Arbeitsmarkt: Die Kurzarbeit ist bei den meisten Betrieben ausgelaufen, und es wird vielfach wieder zusätzliches Personal eingestellt. 15 Prozent der Unternehmen wollen in den nächsten drei Monaten den Personalstand aufstocken und nur 7 Prozent kürzen.

Schretter drängt angesichts der extrem schwankenden Auftragslage aber erneut auf die Einführung von flexibleren Arbeitszeiten. Und keinesfalls dürfe es zu neuen Belastungen der Betriebe kommen. „Das würde den Aufschwung im Keim ersticken.“ (va)

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Do, 15.07.2010
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