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10.,12., 14.,20.+21.8.2017, Landestheater IBK

Innsbrucker Festwochen der Alten Musik

IL RITORNO D'ULISSE IN PATRIA - Oper von Monteverdi, 10., 12. und 14. August 2017, PYGMALION - Ballett-Oper von Rameau, 20. und 21. August 2017

© Innsbrucker Festwochen

TT-Club-Vorteil

Die Tickets zum TT-Club-Vorteilspreis sind im Vorverkauf beim Innsbruck Ticket Service (Burggraben 3), telefonisch unter +43 (0) 512 561 56 (Hotline zum Ortstarif) oder online unter www.altemusik.at erhältlich. Rabatt einmalig gültig auf den Kartengrundpreis für bis zu 2 Tickets pro TT-Club-Mitglied bei Vorweisen der aktuellen TT-Club-Karte.

Il ritorno d'Ulisse in patria - Oper von Monteverdi

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Am Tag der Heirat verschwindet der Bräutigam von der Hochzeitstafel. Die Braut wartet, mit ihr die versammelte Hochzeitsgesellschaft. Tagelang. Jahrelang.

Penelope glaubt daran, dass Ulisse zurückkehren wird. Die Männer unter den Hochzeitsgästen tun es nicht und ein jeder von ihnen will den Platz an der Seite der Braut anstelle des unauffindbaren Bräutigams einnehmen. Nach 20 Jahren kommt Ulisse aber zurück.
Dies ist eine moderne Lesart eines antiken Stückes Weltliteratur, ohne den Inhalt zu verändern: „Regisseur Ole Anders Tandberg nimmt das Libretto total ernst, ja jedes Wort des Textes", zeigt sich Dirigent Alessandro De Marchi von der Inszenierung beeindruckt. Auch De Marchi nimmt jede Note der erhaltenen Partitur und darüber hinaus die Musizierpraxis der Zeit Monteverdis ernst. „Damals beherrschten die Musiker noch die große Kunst, auch die Melodie kontrapunktisch zu improvisieren", so De Marchi, „diese Kunst ist heute verloren gegangen." Deshalb ergänzte er in den Noten für die Musiker alle Melodiestimmen mit diesen damals frei musizierten Phrasen. Die Musiker ihrerseits werden dann die ergänzten Noten De Marchis noch verzieren. Daraus entsteht eine reiche, bunt blühende musikalische Insel, auf der die Sehnsüchte der wartenden Penelope und die Taten des zurückkehrenden Ulisse hörbar werden.
Da Monteverdi nicht das gesamte Libretto des „Ulisse" vertont hat, werden für zwei dennoch inszenierte Bilder andere Kompositionen von Monteverdi eingebaut, die zur Stimmung der Szenen passen: Das pulsierende Madrigal „Zefiro torna" und das lyrische „Lamento della Ninfa", in dem die Untreue des Geliebten beklagt wird.


Pygmalion - Ballett-Oper von Rameau

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Der Bildhauer Pygmalion verliebt sich in die von ihm selbst geschaffene Statue einer Muse. Er gibt den Göttern die Schuld für seine ungewöhnliche Liebe und verfällt ob seiner aussichtslos scheinenden amourösen Situation in Verzweiflung. Doch Amor erweckt die in Stein gehauene Muse zum Leben, die dem fassungslosen Bildhauer auch noch ihre Liebe gesteht. Er ruft die Grazien herbei, damit sie seiner Geliebten Tänze — Air, Menuet, Gavotte, Chaconne, Passepied, Rigaudon — beibringen. Denn das Leben ist Tanz, auf jeden Fall in der französischen Oper des Spätbarock, als Jean-Philippe Rameau die Gattung der Ballett-Oper, genannt Acte de Ballett, zu voller Blüte bringt.
Bei den Innsbrucker Festwochen ist nun erstmals ein szenischer Acte de Ballett zu erleben, mit der herausragenden Compagnie Les Cavatines, die in den Choreographien von Natalie van Parys der französischen Ballett-Oper zu einer grandiosen Renaissance verhilft. Rameaus obertonreiche Harmonik, der rhythmische Puls und die Klangfarben, die erstmals in „Pygmalion" ein eigenständiges Gestaltungsmittel sind, werden von Les Talens Lyriques unter der Leitung von Christophe Rousset als prickelnder und delikater musikalischer Champagner serviert. Das Gesangsensemble wird angeführt von dem schwedischen Tenor Anders J. Dahlin, einem „Haute-Contre" mit „kristallklarer Diktion und einer leichten Tongebung in höchster Höhe", wie der Berliner Tagesspiegel Dahlins Auftritt in „Pygmalion" bei den Musikfestspielen Potsdam-Sanssouci 2016 beschrieb.
Das Tanz- und Musenfest beginnt aber schon vor „Pygmalion" mit der inszenierten Kantate „La Muse de l'Opéra", in der Louis-Nicolas Clérambault alle Register der damals profilierten Arientypen zieht, und mit Jean-Féry Rébels choreographiertem Intermezzo „Les Caractères de la Danse", dem Katalog der beliebten Barocktänze.