Albanische Nationale Befreiungsarmee hinter Gewalt in Nordmazedonien

Skopje (APA) - Die albanische Nationale Befreiungsarmee (Ushtria Clirimtare Kombetare, UCK) hat am Samstagnachmittag die Verantwortung für d...

Skopje (APA) - Die albanische Nationale Befreiungsarmee (Ushtria Clirimtare Kombetare, UCK) hat am Samstagnachmittag die Verantwortung für die Geschehnisse in der nordmazedonischen Stadt Kumanovo übernommen. UCK-Kämpfer hätten in den Morgenstunden mazedonische Polizeikräfte angegriffen, die seit Tagen „Terror auf die Zivilbevölkerung“ ausübten, hieß es in einer von der Zeitung „Bota Sot“ gebrachten Aussendung.

Auch sei die UCK eine nur in der Republik Mazedonien wirkende albanische Einheit, hieß es ferner. Das Innenministerium hatte zuvor mitgeteilt, dass die Angreifer aus einem benachbarten Land gekommen seien, ohne dessen Namen zu nennen.

Der Berichterstatter des Europaparlamentes für Mazedonien, Ivo Vajgl, erklärte unterdessen, dass die jüngsten Geschehnisse in Kumanovo einen Wendepunkt für Mazedonien darstellten. Eine weitere Eskalation der Geschehnisse würde nicht nur die Stabilität des Landes, sondern auch der Region gefährden, warnte Vajgl laut mazedonischen Medienberichten.

Der serbische Außenminister Ivica Dacic und amtierende Vorsitzende der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) telefonierte laut einer OSZE-Aussendung vom Samstag mit seinem mazedonischen Amtskollegen Außenminister Nikola Poposki. Die Minister zeigten sich einig, dass die Stabilität Mazedoniens zentral für die gesamte Region ist. Dacic verurteilte die Gewalt in Kumanovo. OSZE-Vertreter werden das Land in der kommenden Woche aufsuchen.

Der Polizeieinsatz gegen eine Gruppe von Bewaffneten - laut jüngsten Medienberichten dürfte sich um 80 Personen handeln - war am späten Nachmittag weiterhin im Gange. Die Polizei begann die Zivilbevölkerung aus zwei gefährdetesten Stadtvierteln zu evakuieren. Kurz vor 19.00 Uhr intensivierte sich laut dem TV-Sender N1 der Schusswechsel in Kumanovo. In dem Stadtviertel, in dem die Kämpfe seit den Morgenstunden mit unterschiedlicher Intensität geführt wurden, standen sechs Häuser in Brand.

~ WEB http://www.osce.org/ ~ APA280 2015-05-09/19:50


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