Deutsche Marineschiffe zur Rettung weiterer Flüchtlinge gestartet

Berlin/Rom (APA/AFP) - Nach ihrem ersten erfolgreichen Rettungseinsatz im Mittelmeer sind die beiden deutschen Marineschiffe zur Bergung wei...

Berlin/Rom (APA/AFP) - Nach ihrem ersten erfolgreichen Rettungseinsatz im Mittelmeer sind die beiden deutschen Marineschiffe zur Bergung weiterer Flüchtlinge wieder in See gestochen. Der Versorger „Berlin“ und die Fregatte „Hessen“ seien vom Hafen Reggio di Calabria ins Einsatzgebiet südlich von Sizilien aufgebrochen, um ihrem humanitären Auftrag weiter nachzukommen, teilte die Bundeswehr am Wochenende mit.

Am Samstag hatten die Schiffe in Reggio 419 Flüchtlinge an Land gebracht. Die deutschen Marineschiffe waren am Dienstag von Kreta aus zu ihrem Einsatz zur Seenotrettung gestartet. Am Freitag hatte die „Hessen“ dann rund 250 Kilometer südlich der italienischen Insel Lampedusa 224 Menschen von einem Holzboot aufgenommen. Die „Berlin“ rettete 70 Kilometer vor der libyschen Küste 195 Menschen - darunter Frauen und kleine Kinder - aus zwei Schlauchbooten.

„So etwas haben wir noch nie gemacht“, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Samstag zu einer Agentur. Zwar gebe es für Marineschiffe stets die Pflicht zur Seenotrettung. Aber eine Rettung so vieler Menschen und ein Einsatz mit einem speziellen Auftrag zur Rettung, das sei bisher einmalig. Die Besatzungen hätten sofort wieder in See stechen wollen, nachdem die Flüchtlinge an Land gebracht worden seien.

Eines der Schlauchboote war zwei Tage unterwegs, das zweite etwa zwölf Stunden, bis die Menschen aus den „Nussschalen“ geborgen wurden, wie die deutsche Bundeswehr mitteilte. Die Boote seien nach Angaben der Insassen in Tripolis an der libyschen Küste gestartet, hieß es aus dem Einsatzführungskommando. Die meisten Flüchtlinge stammten aus Somalia, Eritrea und Äthiopien, einige auch aus dem Sudan. Sie hätten rund 3.000 Euro für die Überfahrt bezahlt. Mutmaßliche Schlepper seien nicht festgenommen worden, sagte der Sprecher. Die Flüchtlinge seien „alleine“ Richtung Italien losgeschickt worden.

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Im Mittelmeer hatte es in den vergangenen Wochen mehrere Flüchtlingskatastrophen gegeben, bei denen hunderte Menschen ertranken. Schätzungen zufolge kamen seit Jahresbeginn mehr als 1.500 Menschen bei der Überfahrt nach Italien ums Leben.

Die EU-Staaten beschlossen allerdings bisher nicht, das Einsatzgebiet der Grenzschutzmission „Triton“ von der italienischen Küste Richtung Süden auszuweiten, wo die meisten Menschen ums Leben kommen. Unter anderem deswegen sind die beiden deutschen Schiffe nicht Teil von „Triton“, sondern helfen Italien direkt bei der Seenotrettung. Die von den deutschen Schiffen aufgenommenen Menschen werden dann den italienischen Behörden übergeben.

(Wochenendzusammenfassung. NEU: Schiffe zu nächstem Rettungseinsatz wieder in See gestochen)


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