Schweighofer: Rückzug aus Rumänien nach wie vor nicht ausgeschlossen

Wien/Bukarest (APA) - Wegen eines umstrittenen Forstgesetzes in Rumänien droht die österreichische Firma Holzindustrie Schweighofer der dort...

Wien/Bukarest (APA) - Wegen eines umstrittenen Forstgesetzes in Rumänien droht die österreichische Firma Holzindustrie Schweighofer der dortigen Regierung seit dem Herbst mit einem Rückzug. Bis zu 3.000 Arbeitsplätze wären dann in Gefahr. Gegenüber der APA bekräftigte eine Sprecherin am Freitag, dass „die Auswirkungen des Gesetzes nicht absehbar sind“. Es könne natürlich sein, dass Stellen abgebaut würden.

Die Holzindustrie Schweighofer hat in Rumänien derzeit 2.670 Mitarbeiter, bis Ende des Jahres sollen es mehr als 3.000 sein. Das Unternehmen mit Firmenzentrale in Wien hatte im Herbst 2014 an den rumänischen Premierminister Victor Ponta geschrieben und mit Massenkündigungen gedroht.

Die Sprecherin von Schweighofer betonte nun, dass es in dem an die Öffentlichkeit gelangten Brief vorwiegend um die befürchtete Wettbewerbswidrigkeit des Forstgesetzes gegangen sei. Das Gesetz sieht in einem Artikel vor, dass ein Unternehmen nur mehr 30 Prozent einer Holzsorte verarbeiten darf. Schweighofer steht bei rund 27 Prozent, plant aber ein weiteres Sägewerk.

Aus Sicht von Schweighofer ist die Debatte in Rumänien aus den Fugen geraten. Auslöser der aktuellen Proteste ist ein verdeckt gefilmtes Video, dass beweisen soll, dass Schweighofer illegal geschlägertes Holz kauft. Die Holzindustrie Schweighofer weist die Vorwürfe zurück. Neben einem Video-Statement von Firmenchef Gerald Schweighofer wurde am 10. Mai auch ein offener Brief an den rumänischen Sicherheitsrat CSAT geschrieben. Darin heißt es: „Eine Realisierung dieses Artikels könnte uns veranlassen, Mitarbeiter zu entlassen.“ Im Brief an Ponta hieß es noch, das Gesetz könnte dazu führen, „alle Mitarbeiter zu entlassen“.