Europas Leitbörsen im Frühhandel wenig verändert
Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Leitbörsen sind am Montag wenig bewegt in die neue Handelswoche gestartet. Der Euro-Stoxx-50 stan...
Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Leitbörsen sind am Montag wenig bewegt in die neue Handelswoche gestartet. Der Euro-Stoxx-50 stand knapp nach 09:30 Uhr mit minus 0,20 Prozent oder 6,93 Punkte bei 3.503,08 Einheiten. Der DAX in Frankfurt fiel um moderate 0,09 Prozent oder 9,55 Zähler auf 11.187,60 Punkte. In London zeigte sich der FTSE-100 dagegen etwas höher mit plus 0,29 Prozent oder 19,58 auf 6.824,18 Punkte.
Die Vorgaben aus Übersee fielen gemischt aus. Aus Asien kamen erfreuliche Wachstumsdaten aus Japan, jedoch fielen die Außenhandelsdaten aus China schwach aus. Im Mai sind die Exporte den dritten Monat in Folge gesunken. Aus den USA waren indessen bereits am Freitag gute Arbeitsmarktdaten gekommen. Dies deutet auf eine eher früher als später stattfindenden Zinswende der US-Notenbank hin.
Im Hintergrund bleiben der griechische Schuldenstreit sowie die Entwicklung der Anleihenmärkte und des Eurokurses im Blickpunkt. Heute kommt der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis in Berlin mit seinem deutschen Pendant Wolfgang Schäuble zusammen. Bei dem Treffen handle es sich jedoch um ein „reines Gespräch“, ein öffentlicher Termin sei nicht geplant.
Aus Deutschland kamen in der Früh Exportdaten. Im April hat die deutsche Wirtschaft überraschend viel exportiert. Die Ausfuhren übertrafen das Vormonatsniveau um 1,9 Prozent und stiegen damit zum dritten Mal im Folge. Ökonomen hatten nur ein kleines Plus von 0,1 Prozent erwartet. Auch die deutsche Industrieproduktion ist im April saison- und kalenderbereinigt um 0,9 Prozent zum Vormonat und damit überraschend deutlich angestiegen.
Unternehmensseitig standen Deutsche Bank-Aktien nach einem überraschenden Chefwechsel am Wochenende im Zentrum der Aufmerksamkeit. Die Titel sprangen im Frühhandel um 7,59 Prozent auf 29,71 Euro nach oben und setzten sich damit an die unangefochtene Spitze im Euro-Stoxx-50. Nach heftiger Kritik an ihrem Kurs hatten die Co-Chefs Jürgen Fitschen und Anshu Jain am Sonntag ihren Rücktritt angekündigt.
Börsianer werteten die Nachricht positiv für die Papiere der Deutschen Bank. „Darauf werden die Aktien sicher zunächst positiv reagieren“, sagte ein Börsianer. „Nachhaltige Kursgewinne hängen jedoch davon, ob die Anleger den Nachfolger John Cryan wirklich als Heilsbringer sehen, der einen Strategiewechsel einleitet. Daran dürfen Zweifel erlaubt sein.“
Auf der Verliererseite standen dagegen vermehrt Öl- und Versorgerwerte. Im europäischen Leitindex verloren E.ON 0,15 Prozent und Iberdrola gaben 0,34 Prozent ab. Auch Total sanken im Frühhandel um 0,42 Prozent. Die Preise für die Rohölsorten Brent und WTI sind zum Wochenstart unter Druck geraten, nachdem die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) am Freitag angekündigt hatte, die angestrebte Fördermenge weiter bei 30 Millionen Barrel pro Tag belassen. Außerdem kündigte das OPEC-Mitglied Iran an, die Ausfuhren an Rohöl zu erhöhen.
~ ISIN EU0009658145 ~ APA078 2015-06-08/09:41