Rot-Blau: Für Spitzengewerkschafter „absolut unvorstellbar“
Wien (APA) - Die sozialdemokratischen Spitzengewerkschafter wenden sich vehement gegen eine Koalition zwischen SPÖ und Freiheitlichen, wie s...
Wien (APA) - Die sozialdemokratischen Spitzengewerkschafter wenden sich vehement gegen eine Koalition zwischen SPÖ und Freiheitlichen, wie sie im Burgenland besiegelt wurde. Für Metaller-Chef Rainer Wimmer ist solch eine Zusammenarbeit auf Bundesebene „absolut unvorstellbar“. FSG-Vorsitzender Wolfgang Katzian lehnte eine Koalition mit der FPÖ als „extrem rechter“ Partei ebenfalls klar ab.
Dass sich der burgenländische Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) für eine Zusammenarbeit mit den Freiheitlichen entschieden hat, habe seine Vorstellungskraft als Sozialdemokrat überstiegen, meinte Katzian am Rande der Nationalratssitzung im Gespräch mit der APA. Was die Politik der FPÖ betreffe, habe die nichts mit den Grundsätzen der SPÖ zu tun. Gefragt wäre „Haltung und nicht Beliebigkeit“.
Der FSG- und GPA-Chef verwies darauf, dass von den Freiheitlichen ständig Rülpser kämen, denen eine Entschuldigung von Parteichef Heinz-Christian Strache folge, und dann glaube man wieder zur Tagesordnung übergehen zu können. Ganz abgesehen davon gebe es auch inhaltlich mit der FPÖ wenig gemeinsames.
Mit Schrecken an Schwarz-Blau denkt pro-ge-Chef Wimmer zurück. Die Arbeitnehmer hätten damals genug gelitten unter Pensionskürzungen, Urlaubsaliquotierung, Ambulanzgebühren und anderem, meinte er im Gespräch mit der APA. Dazu komme noch, was die Hypo Alpe Adria den Staat bis heute koste.
Von Niessl ist Wimmer „enttäuscht“, dass dieser mit Rot-Blau die Linie der Partei verlassen habe. Katzian ist sogar „maximal enttäuscht“ und möchte seine Haltung zur Koalition im Burgenland bei der Sitzung des SPÖ-Präsidiums heute Abend deutlich ansprechen.
Für die Bildungsministerin und SPÖ-Frauenverantwortliche Gabriele Heinisch-Hosek ist auf Bundesebene keine Zusammenarbeit mit „dieser FPÖ in irgendeiner Form“ denkbar. Das erklärte sie am Montag im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien.