Europas Leitbörsen zu Mittag einheitlich in der Verlustzone
Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Leitbörsen haben sich am Montag im Mittagshandel einheitlich in der Verlustzone gezeigt. Der Euro...
Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Leitbörsen haben sich am Montag im Mittagshandel einheitlich in der Verlustzone gezeigt. Der Euro-Stoxx-50 gab 23,54 Einheiten oder 0,67 Prozent auf 3.486,47 Punkte ab. Der DAX in Frankfurt notierte gegen 13.40 Uhr mit 11.135,24 Punkten und einem Minus von 61,91 Einheiten oder 0,55 Prozent. Der FTSE-100 der Börse London fiel um 14,20 Zähler oder 0,21 Prozent auf 6.790,40 Stellen.
Nach einem richtungslosen Frühhandel überwog am Vormittag die Sorge der Anleger um den griechischen Schuldenstreit und drückte die Börsen einheitlich ins Minus, hieß es von Marktteilnehmern. Die Wartezeit für eine Lösung des Konflikts dauert auch nach dem Wochenende an. Trotz weitergehender Verhandlungen scheinen von Athen verlangte konkrete Vorschläge weiterhin nicht in Brüssel eingetroffen zu sein.
Aus Deutschland kamen erfreuliche Außenhandelsdaten. Im April hat die deutsche Wirtschaft überraschend viel exportiert. Die Ausfuhren übertrafen das Vormonatsniveau um 1,9 Prozent. Auch die deutsche Industrieproduktion ist im April saison- und kalenderbereinigt um 0,9 Prozent zum Vormonat und damit überraschend deutlich angestiegen.
Dagegen hat sich die Stimmung von Finanzinvestoren in der Eurozone im Juni überraschend deutlich eingetrübt. Der vom Forschungsinstitut Sentix erhobene Konjunkturindex fiel im Vergleich zum Vormonat um 2,5 Punkte auf 17,1 Punkte.
Mit einem klaren Plus von 5,29 Prozent führten Deutsche-Bank-Aktien die Liste der Kursgewinner im Euro-Stoxx-50 an. Nach heftiger Kritik an ihrem Kurs hatten die Co-Chefs Jürgen Fitschen und Anshu Jain am Sonntag überraschend ihren Rücktritt angekündigt. Börsianer werteten die Nachricht positiv für die Papiere der Deutschen Bank. „Darauf werden die Aktien sicher zunächst positiv reagieren“, sagte ein Börsianer. „Nachhaltige Kursgewinne hängen jedoch davon, ob die Anleger den Nachfolger John Cryan wirklich als Heilsbringer sehen, der einen Strategiewechsel einleitet. Daran dürfen Zweifel erlaubt sein.“
Dagegen verloren Saint-Gobain 0,50 Prozent. Der Baustoffkonzern will seine Glassparte Verallia, die auch Flaschen für Dom-Perignon-Champagner herstellt, für 2,95 Mrd. Euro an den US-Finanzinvestor Apollo verkaufen. Der Verkauf muss noch von den Wettbewerbsbehörden genehmigt werden.
In London kletterten indessen Diageo um 6,70 Prozent nach oben. Angetrieben wurden die Kursgewinne von Berichten am Wochenende von einem Übernahmeinteresse des Finanzinvestors 3G Capital um den brasilianischen Milliardär Jorge Paulo Lemann. Dieser könnte ein Gebot für den britischen Spirituosenkonzern vorlegen, hieß es.
Zum Wochenstart geriet zudem die Börse in Istanbul massiv unter Druck, nachdem die islamisch-konservative Partei AKP bei den Wahlen am Wochenende die absolute Mehrheit verloren hat. Der Istanbul-100-Index rutschte zum Handelsstart um 8,15 Prozent und auf den niedrigsten Stand seit Oktober ab. Zuletzt notierte der Index um 5,84 Prozent tiefer bei 77.114,33 Einheiten. Die Partei stehe nun vor einer schwierigen Regierungsbildung, hieß es.
~ ISIN EU0009658145 ~ APA338 2015-06-08/13:49