Spaniens Arbeiter erhalten erste Lohnerhöhung seit drei Jahren
Madrid (APA/AFP) - Vor dem Hintergrund der konjunkturellen Erholung haben sich in Spanien Gewerkschafter und Arbeitgebervertreter auf die er...
Madrid (APA/AFP) - Vor dem Hintergrund der konjunkturellen Erholung haben sich in Spanien Gewerkschafter und Arbeitgebervertreter auf die erste Lohnerhöhung nach drei Jahren eingefrorener Gehälter geeinigt. Das am Montag von den Arbeitgeberverbänden sowie den großen Arbeitergewerkschaften unterzeichnete Abkommen sieht vor, die Löhne in diesem Jahr um ein Prozent und im kommenden Jahr um 1,5 Prozent zu erhöhen.
Der Tarifabschluss weist auf die Erholung der spanischen Wirtschaft hin, die 2014 nach fünf Jahren Rezession und Stagnation erstmals wieder Wachstum aufwies.
Der Vertrag gilt für drei Jahre, wobei jedoch der Lohnzuwachs für das Jahr 2017 noch nicht festgelegt wurde. „Dieses Abkommen spiegelt die Realität wider“, sagte Juan Rosell, Vorsitzender des mittelständischen Arbeitgeberverbands CEOE. Neben dem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 1,4 Prozent im vergangenen Jahr profitieren die Verbraucher der viertgrößten Wirtschaft der Eurozone von gesunkenen Preisen im Einzelhandel. „Das ist ein kostbarer Vertrag“, sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft UGT, Candido Mendez. „Wir können die Krise hinter uns lassen und über wirtschaftliche Erholung sprechen.“
Nach Schätzungen von Spaniens konservativer Regierung könnte das Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr 2,9 Prozent erreichen. Allerdings hat ein großer Teil der Bürger zunächst wenig von der guten Konjunktur: Im ersten Quartal 2015 lag die Arbeitslosenquote in Spanien bei fast 24 Prozent, dem zweitschlechtesten Wert der Eurozone nach Griechenland.