Cameron: EU-Gegner werden nicht aus dem Kabinett geworfen

Krün (APA/Reuters) - Der britische Premierminister David Cameron hat Darstellungen zurückgewiesen, er wolle die EU-Gegner aus seinem Kabinet...

Krün (APA/Reuters) - Der britische Premierminister David Cameron hat Darstellungen zurückgewiesen, er wolle die EU-Gegner aus seinem Kabinett werfen. „Es ist für mich vollkommen klar, dass meine Äußerungen überinterpretiert wurden“, sagte er am Montag am Rande des G-7-Gipfels in Krün. Zuvor hatte er mit Blick auf das geplante Referendum erklärt, wer Teil der Regierung sein wolle, müsse ihre Meinung teilen.

Cameron erklärte nun, damit habe er sich nur auf die Phase der Verhandlungen mit der EU bezogen. Der Regierungschef will Zugeständnisse erreichen, um den Gegnern der Mitgliedschaft entgegenzukommen. Bis spätestens Ende 2017 sollen die Briten in einem Referendum entscheiden, ob sie Teil der EU bleiben wollen. Cameron ließ im bayerischen Krün jedoch offen, ob er den Ministern im Referendum selbst eine freie Entscheidung erlauben werde.

Cameron hatte mit seinen Äußerungen auf eine Revolte gegen seinen EU-Kurs in seiner Konservativen Partei reagiert. Rund 50 Abgeordnete seiner Partei wollen eine Kampagne zum Ausstieg aus der EU starten, wenn Cameron nicht radikale Reformen im Staatenbund durchsetzen könne. Dies gilt als unwahrscheinlich.

Einer Umfrage zufolge wollen 58 Prozent der Briten in der EU bleiben. In der Erhebung für die Zeitung „Daily Mail“ lehnten 31 einen Verbleib ab, elf Prozent waren unentschieden.