Zürcher Börse schließt erneut im Minus
Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Montag im Minus beendet und damit an die Kursverluste vom vergangenen Fre...
Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Montag im Minus beendet und damit an die Kursverluste vom vergangenen Freitag angeknüpft. Das Hauptaugenmerk richtete sich auf Actelion und Syngenta, die gerüchteweise ins Visier ausländischer Konzerne geraten sind.
Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,49 Prozent tiefer auf 9.060,49 Punkten damit in der Nähe des Tagestiefs. Der 30 Titel umfassende, in der Titelgewichtung gekappte Swiss Leader Index (SLI) gab um 0,38 Prozent auf 1.359,95 Zähler nach. Der marktbreite Swiss Performance Index (SPI) verlor 0,46 Prozent auf 9.211,23 Stellen.
Das unklare Auf und Ab am Schweizer Aktienmarkt zeigt laut Händlern die Nervosität der Investoren. Ursache dafür gibt es gleich mehrere. So dauert die Hängepartie um Griechenland an: Am Montag gab es zwar neue gegenseitige Schuldzuweisungen, aber keinerlei Hinweise auf eine baldige Lösung. Am Mittwoch soll es in Brüssel zu einem nächsten Treffen zwischen dem griechischen Premier Alexis Tsipras sowie Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande kommen. Für weitere Unruhe sorgten die neuen Sanktionsdrohungen der G7 an die Adresse von Russland. Zudem belasten Zinsängste die Stimmung an den Märkten, die wegen der starken US-Jobdaten vom vergangenen Freitag aufkamen.
Im Scheinwerferlicht standen den ganzen Tag über Actelion (plus 5,8 Prozent auf 139,60 CHF), nachdem das Unternehmen offenbar ins Visier des britischen Pharmakonzerns Shire geraten ist. Einem Medienbericht zufolge erwägen die Briten eine Übernahme für rund 12 Milliarden Pfund bzw. 160 CHF je Aktie. Analysten halten diese Spekulationen für plausibel. Schließlich hätten die Manager von Shire in der Vergangenheit kein Geheimnis daraus gemacht, über größere Zukäufe wachsen zu wollen. Die Actelion-Aktien notieren aktuell auf einem Allzeithoch.
Im Fokus waren außerdem Syngenta (minus 1,6 Prozent), nachdem der Monsanto-Konzern die Übernahmeofferte um eine sogenannte „break-up fee“ ergänzt hatte - sich also zu einer bestimmten Zahlung verpflichten würde, sollte die Übernahme nach Verhandlungsbeginn scheitern. Das Minus des Aktienkurses erklärten sich Händler mit Gewinnmitnahmen, weil Monsanto zugleich keine höhere Offerte abgab. Syngenta lehnt die Avancen der US-Amerikaner deshalb nach wie vor ab. Nichtsdestotrotz geben Analysten einem Zusammenschluss gute Chancen. Schon alleine die Tatsache, dass sich Monsanto nach der ersten Ablehnung so bald wieder bei Syngenta gemeldet habe, mache Hoffnungen, hieß es.
Auf der Gewinnerseite fanden sich zudem die Papiere der Credit Suisse (plus 0,7 Prozent) und von Galenica (plus 0,6 Prozent). Auf der anderen Seite erlitten Aryzta (minus 2,4 Prozent) die größten Verluste. Der Backwarenkonzern hatte vergangene Woche enttäuschende Zwischenresultate geliefert und den Ausblick gesenkt. Seit Anfang Jahr haben die Aryzta-Aktie über ein Drittel ihres Wertes eingebüsst - und tragen somit mit klarem Abstand die rote Laterne unter den Blue Chips.
Unter Druck standen auch ABB (minus 1,5 Prozent). Nachdem die Aktien in der vergangenen Woche mit dem Einstieg des Investors Cevian Capital um knapp 5 Prozent zugelegt hatten, dürften einige Anleger nun Kasse machen, meinten Analysten.
Belastet wurde der SMI auch von den drei Schwergewichten Novartis (minus 0,7 Prozent), Roche (minus 0,6 Prozent) und Nestlé (minus 0,4 Prozent). Bei letzteren drückten Meldungen auf den Kurs, wonach die indische Regierung wegen der mit Blei belasteten Nudeln Schadenersatz einfordern will.
~ ISIN CH0009980894 ~ APA522 2015-06-08/18:06