UNO-Resolution zum 20. Jahrestag vom Srebrenica-Massaker

New York/Sarajevo (APA) - Der UNO-Sicherheitsrat soll zum anstehenden 20. Jahrestag des Massakers von Srebrenica eine Resolution annehmen, m...

New York/Sarajevo (APA) - Der UNO-Sicherheitsrat soll zum anstehenden 20. Jahrestag des Massakers von Srebrenica eine Resolution annehmen, mit der der 11. Juli zum weltweiten Tag der Erinnerung an mehr als 8.000 Opfer des Völkermordes in der ehemaligen ostbosnischen UNO-Schutzzone erklärt werden soll. Der Resolutionsentwurf wird von Großbritannien vorbereitet, berichteten Belgrader Medien am Dienstag.

Am Resolutionsentwurf haben laut der Tageszeitung „Danas“ auch die Niederlande und die USA mitgewirkt. Von Familienangehörigen der Srebrenica-Opfer werden die Vereinten Nationen, aber auch die Niederlande seit Jahren beschuldigt, das Massaker zugelassen zu haben. Nach der Einnahme der UNO-Schutzzone im Juli 1995 wurden von bosnisch-serbischen Truppen bosniakische (muslimische) Männer vor Augen der dort stationierten niederländischen „Blauhelmen“ ausgesondert und anschließend in der Umgebung der Kleinstadt brutal ermordet. Ihre Leichen wurden später in etlichen Massengräbern entdeckt, nach vielen wird weiterhin gesucht.

Der Internationale Gerichtshof hatte 2007 das Massaker von Srebrenica als Völkermord qualifiziert. Ebenso tat es auch das UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen im einstigen Jugoslawien in seinen Urteilen gegen mehrere bosnisch-serbische Offiziere. Die Urteile für die zwei Hauptverantwortlichen, den früheren bosnisch-serbischen Präsidenten Radovan Karadzic und seinen Militärchef Ratko Mladic, stehen erst bevor.

Das Europaparlament erklärte 2009 den 11. Juli zum Gedenktag an die Opfer.

Die Behörden der kleinen bosnischen Entität, der Republika Srpska, haben es bisher vermieden, das Massaker als Völkermord zu definieren. Präsident Milorad Dodik, der im April zum ersten Mal die Grabstätte der Massaker-Opfer in Potocari unweit von Srebrenica aufsuchte, sprach von einem „riesigem Verbrechen“.

Das serbische Parlament hatte 2010 eine Srebrenica-Resolution verabschiedet, in der das Wort Völkermord ebenfalls vermieden wurde.

Sollte der Sicherheitsrat die Srebrenica-Resolution annehmen, müssten laut der Belgrader Tageszeitung sowohl in der Republika Srpska wie auch in anderen Staaten die Schulbücher korrigiert werden, um das Massaker klar als Völkermord zu bezeichnen.

~ WEB http://www.un.org/en/ ~ APA181 2015-06-09/11:03