Hypo-Kroatien-Projekte: Auch Ex-Bank ortet Bereicherung von Ex-Chefs
Wien/Klagenfurt (APA) - Der laufende Hypo-U-Ausschuss hat die Aufmerksamkeit wieder auf mehrere hinterfragenswürdige Geschäfte der früheren ...
Wien/Klagenfurt (APA) - Der laufende Hypo-U-Ausschuss hat die Aufmerksamkeit wieder auf mehrere hinterfragenswürdige Geschäfte der früheren Hypo Alpe Adria gelenkt. Darunter befinden sich etwa die Causen AB Maris und Darija, in denen vermutet wird, dass sich die früheren Bankchefs Wolfgang Kulterer und Günter Striedinger selbst bereichert hätten. Seit Jahren wird ermittelt, die (Ex-)Bank bestätigte zuletzt den Verdacht.
Der APA liegt eine Stellungnahme der früheren Hypo zu den Untersuchungen vor. Demnach hat die (Ex-)Bank selbst den „dringenden Verdacht“, dass Striedinger und Kulterer „als tatsächlich wirtschaftlich Berechtigte“ aus Vorgängen rund um AB Maris und Dariia „profitiert haben, wobei auf Basis der Ermittlungsergebnisse der SOKO Hypo sich dieser Verdacht erhärtet hat“. Das schrieb die frühere Hypo Alpe Adria im Sommer des Vorjahres an die Finanzmarktaufsicht (FMA), die nach einem entsprechenden Artikel des Magazins „News“ eine Stellungnahme aus Klagenfurt angefordert hatte.
Gewinne aus den diversen Geschäften seien über eine Firma namens „IEK Immobilienentwicklungs GmbH“ an Kulterer, Striedinger und einen ehemaligen kroatischen Hypo-Manager verteilt worden. Die Bank schreibt weiter: „Es gibt weitere zahlreiche und eindeutige Beweise im Ermittlungsakt der STA Klagenfurt dafür, dass Kulterer, Striedinger“ und der ehemalige kroatische Hypo-Manager „die wahren wirtschaftlichen Berechtigten hinter AB Maris und Darija waren“. Für ein Engagement Kulterers und Striedingers hätte es früher, etwa als die Kredite ausgezahlt worden waren oder als die Hypo bei den Projekten einstieg, „keine stichhaltigen Beweise im Kreditakt“ gegeben, heißt es in der Stellungnahme der Bank.
Von der Staatsanwaltschaft (STA) Klagenfurt hieß es am Dienstag auf Anfrage zur APA, dass das „Ermittlungsverfahren noch nicht abgeschlossen“ ist. Zu Einzelheiten könne es keine Auskünfte geben, das Ermittlungsverfahren sei schließlich nicht öffentlich.
Den Ausführungen der Ex-Bank zufolge habe es vor allem auch Ungereimtheiten beim Anteilswerber an der Darija und AB Maris durch die Hypo Consultants Liechtenstein - „zu offensichtlich sehr hohen Preisen (...)“ gegeben. Auch Liechtenstein war im Zusammenhang mit der Hypo im U-Ausschuss immer wieder Thema - Auskunftspersonen der Aufsicht meinten immer wieder, die Hypo habe sich „hinter Liechtenstein und dem strengen Bankgeheimnis dort regelrecht versteckt“.
Anzeigen bei der STA Klagenfurt gab es rund um AB Maris und Darija jedenfalls viele - eine erste über das Projekt CSI Hypo im April 2010, Ergänzungen erfolgten vier an der Zahl bis April 2012. „Die Verdachtsmomente haben sich im Zuge der Ermittlungen der Soko Hypo und der STA Klagenfurt verdichtet“, so die Bank an die FMA. Diese hatte den Akt zum AB Maris Projekt 2006 ursprünglich wie berichtet „eingelegt“, also abgelegt. Es seien „keine weiteren behördlichen Maßnahmen erforderlich“, da „keine Auffälligkeiten“ gegeben seien, war die Aufsichtsbehörde im Februar 2006 zum Schluss gekommen.
Striedinger hatte die Vorwürfe schon im Jahr 2011 zurückgewiesen. Kulterers Anwalt Ferdinand Lanker schloss nach dem „News“-Bericht im vorigen Juli eine persönliche Bereicherung seines Mandanten aus.
~ WEB www.heta-asset-resolution.com ~ APA278 2015-06-09/12:30