Sieben Verurteilte in Bettencourt-Affäre legten Berufung ein
Bordeaux (APA/AFP) - In der Finanzaffäre um die L‘Oreal-Milliardärin Liliane Bettencourt gehen fast alle Verurteilten in Revision. Sieben de...
Bordeaux (APA/AFP) - In der Finanzaffäre um die L‘Oreal-Milliardärin Liliane Bettencourt gehen fast alle Verurteilten in Revision. Sieben der wegen „Ausnutzung der Schwäche“ der alten Dame verurteilten Anwälte, Vermögensverwalter und Bekannten von Bettencourt hätten Berufung eingelegt, teilte am Dienstag die Staatsanwaltschaft in Bordeaux mit.
Der langjährige Vertraute von Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy, Ex-Parteischatzmeister Eric Woerth, war ohnehin freigesprochen worden. Ende Mai hatte ein Gericht in Bordeaux die Angeklagten aus dem Umfeld der heute 92-jährigen Bettencourt zu Haft- und Geldstrafen verurteilt, weil sie der demenzkranken Multi-Milliardärin hohe Millionenbeträge aus der Tasche zogen.
So wurde der Bettencourt-Freund und Fotograf Francois-Marie Banier, der mehr als 400 Millionen Euro von Bettencourt erhalten haben soll, zu drei Jahren Gefängnis verurteilt, von denen sechs Monate auf Bewährung ausgesetzt wurden. Zudem bekam er eine Geldstrafe von 350.000 Euro und 158 Millionen Euro Schadenersatzzahlungen an Bettencourt aufgebrummt.
Die Bettencourt-Affäre war im Jahr 2007 durch eine Klage der Tochter der reichsten Frau Frankreichs ausgelöst worden. Sie verdächtigte das Umfeld ihrer greisen Mutter, die Milliardärin auszunutzen. Im Laufe der Ermittlungen kamen dann mehr und mehr dubios Finanzgeschäfte zum Vorschein. Zeitweise lief sogar ein Ermittlungsverfahren gegen Ex-Staatschef Sarkozy wegen des Verdachts der illegalen Wahlkampffinanzierung. Wegen Mangels an Beweisen wurde das Verfahren später eingestellt.
In einem weiteren Strang der verwickelten Affären um Bettencourt forderte die Staatsanwaltschaft am Dienstag 5.000 Euro Geldstrafe für die Richterin Isabelle Prevost-Desprez. Ihr wird „Verletzung des Berufsgeheimnisses“ vorgeworfen, weil sie bei den Ermittlungen zu der Affäre Informationen an Journalisten der Zeitung „Le Monde“ weitergegeben haben soll.