EU-Agrarrat macht neuen Anlauf für Bio-Einigung

Brüssel/Wien (APA) - Der EU-Agrarrat macht Dienstag kommender Woche in Luxemburg einen neuen Anlauf in der Bioverordnung. Dabei geht es um v...

Brüssel/Wien (APA) - Der EU-Agrarrat macht Dienstag kommender Woche in Luxemburg einen neuen Anlauf in der Bioverordnung. Dabei geht es um von der EU-Kommission vorgeschlagene Grenzwerte für Schadstoffe in Bio-Produkten, bei deren Überschreiten einem landwirtschaftlichen Betrieb die Bio-Zertifizierung aberkannt werden können soll.

In EU-Ratskreisen hieß es dazu am Dienstag in Brüssel, die Debatte bei den Höchstmengen an Rückständen dauere noch an. Ein Kompromissvorschlag der lettischen Ratspräsidentschaft sehe vor, dass Staaten mit nationalen Systemen für eine automatische Dezertifizierung diese bis 2021 fortführen können sollen. Eine Debatte gebe es aber noch drüber, was passiert, wenn Länder von der Regelung abweichen.

Österreich wird am Agrarrat durch Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (ÖVP) vertreten. Zuletzt hatte Rupprechter Mitte Mai erklärt, Österreich wolle im Fall einer nicht vom Bio-Betrieb selbst verursachen Verunreinigung, sondern zum Beispiel durch Luftfracht aus benachbarten Feldern, lediglich die betroffenen Parzellen sperren, nicht aber dem gesamten Betrieb die Zertifizierung entziehen.

Bei den Rückstandskontrollen geht es um alle in einem EU-Land erzeugten landwirtschaftlichen Produkte, also auch Milch. Es gehe aber nicht um Erzeugnisse, die von anderen EU-Staaten zufällig in einem kontrollierenden Land vermarktet werden. Für gehandelte Produkte gelten allgemeine EU-Regeln.

Bei dem Agrarat, der sich auch mit Fischereifragen befasst, stehen auch die Fangmöglichkeiten 2016 auf der Tagesordnung. Ziel ist es, einen Überblick über die aktuellen Fischbestände zu geben. Große Probleme gebe es im Mittelmeer, wo weit über 90 Prozent der Bestände überfischt seien, hieß es. Bis 2020 sollten jedenfalls alle Fischbestände auf Nachhaltigkeitsniveau gebracht werden.