Standort Tirol

Luxushotel in Mösern nach einem Jahr pleite

Der Fünf-Sterne-Tempel „For Friends Hotel“ in Mösern. Kurz nach dem Start meldete das Nobelhotel bereits Konkurs an.Foto: For Friends Hotel/Weiss
© for friends hotel

Ein Jahr nach dem Start meldete das „For Friends Hotel“ in Mösern mit 15 Mio. Euro Schulden Konkurs an.

Telfs – Nicht einmal zwölf Monate ist es her, dass ein Tiroler Tourismusberater mit zwei Gesellschaften aus Tschechien das Luxushotel „For Friends Hotel“ in Mösern bei Telfs fertiggestellt hatte. Eröffnet wurde der Betrieb im Juli 2014, gestern meldete das Fünf-Sterne-Hotel bereits Konkurs an. Betroffen sind 60 Dienstnehmer, die Schulden der For Friends Hotel GmbH sollen 15 Mio. Euro betragen, teilte der Kreditschutzverband KSV mit Verweis auf Angaben der Hoteleigner mit. Laut den Kreditschützern von Creditreform hatte es zuvor bereits außergerichtlich einen Sanierungsversuch gegeben. Der größte Gläubiger ist die Hypo Tirol Bank mit rund 12. Mio. Euro. Ein Großteil der Verbindlichkeiten dürfte auf der Liegenschaft pfandrechtlich sichergestellt sein.

Was mit dem Hotel nun passiert, ist unklar. Masseverwalter Stefan Geiler prüft eine Fortführung. „Am Donnerstag gibt es die erste Kontaktaufnahme. Man wird sehen, ob überhaupt eine Fortführung möglich ist“, so Geiler.

Die Hotel-Eigentümer gaben laut Kreditschützern an, bei der Errichtung des Hotels mit einer Baukostenüberschreitung in Höhe von 7 Mio. Euro konfrontiert worden zu sein. Dies sei erst bei Fertigstellung im Jahr 2014 erkennbar gewesen. Statt der geplanten 17 Mio. Euro soll der Bau damit insgesamt 24 Mio. Euro verschlungen haben.

Eigentümer des Hotels sind zwei Unternehmen mit Sitz in Prag: die Levil Holding s.r.o. eines gewissen Vitalii Pakhomov und die Tirol Invest s.r.o., die eine Levil-Tochter sein dürfte. Federführend beim Bau des Hotels war aber auch der Tiroler Tourismusberater Wolfgang Helmuth Eder, der bis vor Kurzem die Mehrheit am Hotel hielt – vor knapp einem Monat schied er aus der Gesellschaft aus. Am Hotelkonzept mitgearbeitet hat auch Skisprung-Legende Toni Innauer – er hatte das Energie- und Bewegungsprogramm entwickelt.

Der Bau des Hotels war in der Bevölkerung nicht unumstritten, Anrainer hatten sich nicht nur um das Ortsbild gesorgt. Kritisiert wurden auch die Waldrodungen sowie Visualisierungen der Errichter, die im Vorfeld die wahre Größe des Prunkbaus falsch wiedergegeben hätten. (mas)

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