Portugal

Inhaftierter Ex-Premier Socrates wehrt sich gegen Hausarrest

Der frühere Regierungschef von Portugal, Jose Socrates.
© AP Photo/Armando Franca

Dem ehemaligen Regierungschef von Portugal, Jose Socrates, wird Korruption vorgeworfen. Er soll aus der Untersuchungshaft entlassen und unter Hausarrest gestellt werden. Dem will der 57-Jährige aber nicht zustimmen.

Lissabon – Der unter Korruptionsverdacht stehende, frühere portugiesische Regierungschef Jose Socrates wehrt sich dagegen, aus der Untersuchungshaft entlassen und unter Hausarrest gestellt zu werden. „Einem solchen Vorschlag könnte ich nie zustimmen“, betonte der 57-jährige Sozialist in einem Schreiben, das am Dienstag in der portugiesischen Presse veröffentlicht wurde.

Socrates, der Portugal von 2005 bis 2011 regiert hatte, befindet sich seit Ende November 2014 in Untersuchungshaft. Ihm werden Korruption, Geldwäsche und Steuerbetrug zur Last gelegt. Die Staatsanwaltschaft schlug vor, den Ex-Premier unter Hausarrest zu stellen und ihm eine elektronische Fußfessel anzulegen.

Mit diesem Vorschlag verfolge die Justiz das Ziel, ihre Fehler zu verschleiern, meinte Socrates, der die Vorwürfe stets bestritten hatte. „Nach sechs Monaten Untersuchungshaft gibt es keine Fakten, keine Beweise und keine Anklage“, schrieb er. (APA/dpa)