Europas Leitbörsen im Verlauf mit Verlusten

Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Aktienmärkte haben am Dienstagnachmittag mit Verlusten tendiert. Der 50 führende Unternehmen der ...

Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Aktienmärkte haben am Dienstagnachmittag mit Verlusten tendiert. Der 50 führende Unternehmen der Eurozone umfassende Euro-Stoxx-50 verlor 18,46 Einheiten oder 0,53 Prozent auf 3.449,85 Punkte.

Der DAX in Frankfurt notierte gegen 13.30 Uhr mit 10.962,76 Punkten und einem Minus von 102,16 Einheiten oder 0,92 Prozent. Der FT-SE-100 der Börse London fiel um 10,76 Zähler oder 0,16 Prozent und steht nun bei 6.779,28 Stellen.

Vorgaben aus den USA und Asien waren wegen US-Zinssorgen und schwachen chinesischen Inflationsdaten negativ. Außerdem stand weiterhin der Schuldenstreit mit Griechenland im Raum. Derzeit blicken Anleger erwartungsvoll auf Mittwoch und den EU-Lateinamerika-Gipfels in Brüssel. Wieder wird erwartet, dass die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Francois Hollande mit Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras den Durchbruch in der mittlerweile völlig verfahrenen Situation des hoch verschuldeten Euro-Staates schaffen.

Nur wenig beachtet wurden Konjunkturdaten für die Eurozone. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte im ersten Quartal um 0,4 Prozent zum Vorquartal zu, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat nach einer zweiten Schätzung mitteilte und damit eine erste Erhebung bestätigte. Gestützt wurde das Wachstum sowohl durch den privaten Konsum als auch durch die Investitionen.

Bei den Einzelwerten standen HSBC-Aktien an der Londoner Börse im Fokus, die Papiere notierten mit minus 1,03 Prozent. Europas größtes Geldhaus streicht im Zuge seines drastischen Sparkurses bis zu 50.000 Stellen. Die Bank kündigte an, ihre Brasilien- und Türkei-Geschäfte verkaufen zu wollen. Bis zu 25.000 Jobs sollen wegfallen, etwa noch einmal so viele Jobs durch Zusammenlegungen im IT- und Dienstleistungsbereich sowie Filialschließungen. Ziel sei es, die Kosten bis 2017 um bis zu 5 Mrd. Dollar zu senken.

Unterdessen kam es bei der Deutschen Bank erneut einer Razzia. Ermittler durchsuchten am Dienstag mehrere Büros des größten deutschen Geldhauses. Anlass waren nach Angaben der Bank dubiose Geschäfte einzelner Kunden, es seien keine Mitarbeiter der Bank beschuldigt, hieß es. Die Aktien des Instituts standen zu Mittag bei minus 2,10 Prozent.

Deutsche Telekom waren unterdessen mit minus 2,14 Prozent unter den größten Verlierern im Euro-Stoxx-50. Unternehmenschef Timotheus Höttges hat laut „New York Post“ kein Interesse an einer Fusion der US-Mobilfunktochter T-Mobile US mit dem Satellitenfernsehanbieter Dish.

Tesco verloren 0,86 Prozent. Der britische Einzelhändler will sein milliardenschweres Südkorea Geschäft offenbar an einen Finanzinvestor verkaufen. Die Supermarktkette habe mindestens sechs Firmen, darunter auch den US-Beteiligungsgesellschaften KKR und Carlyle, aufgefordert, für die auf sechs Milliarden Dollar geschätzte Sparte Homeplus zu bieten, sagten Insider der Agentur Reuters.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA351 2015-06-09/13:43