Mordprozess in Wiener Neustadt 3 - Schlussplädoyers
Wiener Neustadt/Baden (APA) - Die Staatsanwältin plädierte in ihrem Schlussvortrag erwartungsgemäß auf Mord. Sie sprach von einer „Kälte“ de...
Wiener Neustadt/Baden (APA) - Die Staatsanwältin plädierte in ihrem Schlussvortrag erwartungsgemäß auf Mord. Sie sprach von einer „Kälte“ des Angeklagten, der durch das minutenlange Würgen seiner Freundin deren Ableben „zumindest bedingt in Kauf nehmen hat müssen“.
„Der Angeklagte ist kein Mörder. Die Situation ist ihm entglitten. Einem Mörder entgleitet nichts. Der hat ein Vorhaben, von dem er nicht ablässt“, konterte Verteidiger Wolfgang Blaschitz. Er plädierte auf Körperverletzung mit tödlichem Ausgang.
Der Anwalt beleuchtete noch einmal die komplexe, komplizierte Paarbeziehung zwischen Angeklagtem und Opfer, bei der Liebe und Gewalt eng zusammenlagen. „Ich liebe dich, ich hasse dich, verlass mich nicht, so hat die Psychiaterin die Beziehung umschrieben. Es war nicht das erste Mal, dass mein Mandant seine Freundin gewürgt hat. Das gehörte sozusagen dazu ...“, meinte Blaschitz. Und: „Er wollte sie nicht töten, er hatte kein Motiv, sie umzubringen.“
Ein Urteil der Geschworenen wurde am späteren Dienstagabend erwartet.